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Moderner Bevölkerungsschutz ohne Facebook

Präsident des Bevölkerungsschutzes spricht in Göttingen Moderner Bevölkerungsschutz ohne Facebook

Terroranschläge, Hochwasser, Stromausfälle: Damit setzt sich das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auseinander. In einem Vortrag des Präsidenten des Bundesamtes, Christoph Unger, konnten Göttinger Studenten der Hochschulgruppe Außen- und Sicherheitspolitik mehr dazu erfahren.

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Elbehochwasser 2002: Anlegestellen  der Sächsischen Dampfschifffahrt in Dresden stehen unter Wasser.

Quelle: Matthias Hiekel/dpa

Göttingen. Eher dünn besetzt ist der Vorlesungssaal im Zentralen Hörsaalgebäude der Uni. Doch die etwa 20 Studenten sind sehr interessiert an dem eher unbekannten Bundesamt, das Unger unter dem Titel „Die Risiken unserer Zeit - Anforderungen an einen modernen Bevölkerungsschutz“ vorstellt.

Dass es heutzutage viele Katastrophen gibt, zeigt Unger mit seiner Präsentation auf: In Erinnerung bleiben die Terroranschläge von 2001 auf das World Trade Center, das Elbe-Hochwasser 2002, Schweine- und Vogelgrippe, Cyberangriffe - zum Beispiel im vergangenen Jahr auf den Bundestag - und zuletzt die Terroranschläge in Paris und Brüssel.

„Die Katastrophenhilfe beruht vor allem auf ehrenamtlichen Kräften“, so Unger, und nennt als Beispiel die freiwillige Feuerwehr. Ein Problem dabei: „Die Menschen werden älter, arbeiten mehr und haben weniger Zeit“, sagt Unger, somit gebe es weniger Menschen, die Zeit für ein aufwändiges Ehrenamt haben.

„Ist da nicht mehr Aufklärungsarbeit erforderlich?“, kommt eine Frage aus dem Publikum, jemand anderes will wissen, ob es nicht sinnvoll sei, mehr feste Stellen im Katastrophenschutz zu schaffen. Eindeutige Antworten hat Unger nicht: Sie würden bereits Erste-Hilfe-Kurse in Schulen fördern, die Wehrpflicht sei nur ausgesetzt, dadurch könne weitere Hilfe kommen, hauptamtliche Unterstützung sei ebenfalls denkbar, so die vage Einschätzung des gelernten Juristen.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter kommen aus verschiedenen Bereichen in das Bundesamt, es gibt keinen speziellen Bildungsweg“, sagt Unger. Es gebe aber eine Sommerakademie für Studenten zum Thema Bevölkerungsschutz. Das Amt arbeite eng mit Bundeswehr, Bundespolizei und dem Bundesnachrichtendienst zusammen („Wie können Anschläge vom IS aussehen?“).

Was er von den neuen Einstellungen bei Facebook halte, mit denen man bei Anschlägen wie in Brüssel seinen Freunden anzeigen könne, dass man in Sicherheit sei, fragt André Naumann, Vorsitzender der Hochschulgruppe. Das wäre für das Bundesamt kein Problem, so Unger. Positiv äußert er sich zu der Funktion, die er anscheinend nicht kennt, nicht. Das Bundesamt nutze Facebook nicht. Über Facebook oder anderweitig geplante Aktionen von Einzelpersonen, zum Beispiel bei einem Hochwasser, würden eher für Chaos sorgen als helfen.

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