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Mooras Herkunft soll in Göttingen geklärt werden

Erbgut-Analyse der Moorleiche Mooras Herkunft soll in Göttingen geklärt werden

Forscher aus Göttingen sollen Niedersachsens ältester Moorleiche „Moora“ weitere Geheimnisse entlocken. Es werde weitere DNA-Untersuchungen geben, kündigte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) in der vergangenen Woche bei einer Pressekonferenz in Hannover an.

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Kommen wieder auf einen Göttinger Untersuchungstisch: Teile des Skeletts von Moora.

Quelle: pid

Experten des Instituts für Historische Anthropologie und Humanökologie der Universität Göttingen hatten bereits nach dem Fund der Moorleiche im Jahr 2000 erste DNA-Untersuchungen vorgenommen. Damals waren die Göttinger Forscher noch im Auftrag der Staatsanwaltschaft aktiv: Sie sollten klären, ob es sich um die Leiche einer seit 30 Jahren vermissten 16-Jährigen Schülerin aus Nienburg handelte. Der DNA-Vergleich mit der Mutter ergab jedoch, dass es sich bei der Moorleiche nicht um die leibliche Tochter handeln konnte.

Die Göttinger Wissenschaftler um Dr. Susanne Hummel gelten als Experten bei der Anwendung modernster molekularbiologischer Methoden auf prähistorische Funde. Die Anthropologen haben unter anderem die rund 3500 Jahre alten Skelette aus der Lichtensteinhöhle im Kreis Osterode untersucht und einen Stammbaum erstellt. In einem weltweit einmaligen Projekt identifizierten sie außerdem mehrere heutige Südharzbewohner als direkte Nachfahren der Bronzezeitmenschen.

Im Fall der Moorleiche hatte Hummel bereits 2003 in ihrem Gutachten darauf hingewiesen, dass es sich auch um einen archäologischen Fund handeln könnte. Dieser Hinweis blieb damals allerdings unbeachtet. Erst als 2005 in dem Moor auch noch eine mumifizierte Hand gefunden wurde, wurden die Archäologen eingeschaltet. Eine Altersanalyse ergab, dass Polizei und Rechtsmedizin jahrelang von einer falschen Annahme ausgegangen waren. Das vermeintliche Verbrechensopfer war eine 2650 Jahre alte Moorleiche.
Die künftigen Untersuchungen seien auf alle Fälle sehr kompliziert, sagte Hummel auf Anfrage. Sollte eine genaue Analyse gelingen, könnte man daraus Schlüsse über die regionale Herkunft von „Moora“ ziehen. Auch individuelle Eigenschaften wie Haar- oder Augenfarbe ließen sich aus dem DNA-Muster ablesen.

Der Göttinger Paläopathologe Prof. Michael Schultz hatte bei seinen medizinischen Untersuchungen festgestellt, dass „Moora“ an zahlreichen Krankheiten gelitten hatte, unter anderem an einer Wirbelsäulenverkrümmung, diversen Entzündungen und an einem Tumor. Insgesamt werde „Moora“ noch mindestens fünf Jahre lang Gegenstand unterschiedlicher Untersuchungen sein, sagte der Leiter der Hamburger Rechtsmedizin, Klaus Püschel. So seien auch noch Isotopen- und biochemische Untersuchungen geplant.

Von Heidi Niemann

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