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Multiple Sklerose-Forschung mit neuem Konzept der Vernetzung der Grundlagenforschung

Schnellerer Weg zu neuen Medikamenten Multiple Sklerose-Forschung mit neuem Konzept der Vernetzung der Grundlagenforschung

Die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Multiple Sklerose (MS) soll beschleunigt werden. Dieses Ziel hat ein internationales Forschungsprojekt, an dem zwei Göttinger Wissenschaftler beteiligt sind: Prof. Christine Stadelmann-Nessler, Institut für Neuropatholo-gie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), und Prof. Mikael Simons, Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin Göttingen und Klinik für Neurologie der UMG.

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Entwicklung von Medikamenten soll beschleunigt werden.

Quelle: dpa

Göttingen. Beide sind Experten für Fragen zur Wiederherstellung der Nervenschutzhülle Myelin. Gefördert wird ihre Forschung durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung zunächst für ein Jahr mit jeweils 100000 Euro.

Momentan dauert nach Angaben der UMG die Entwicklung eines neuen Medikaments bis zu 40 Jahre. Um die Entwicklungsphasen zu beschleunigen, ist eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang der Prozesskette notwendig. Für eine frühzeitige und stärkere Vernetzung der Grundlagenforschung und die praktische Anwendung neuer Forschungserkenntnisse durch die Pharmaindustrie setzt sich ein internationales Kooperationsprojekt ein.

In einem Teilgebiet der Multiple-Sklerose-Forschung – der Wiederherstellung der Nervenschutzhülle Myelin – arbeiten Wissenschaftler bereits zusammen. Unterstützt wird das Vorhaben durch die Hertie-Stiftung gemeinsam mit der amerikanischen Myelin Repair Foundation (MRF).

Stadelmann-Nessler ist seit 2002 als Neuropathologin an der UMG tätig. Sie erforscht die Mechanismen, die bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems zur Schädigung der Markscheiden führen. Das geförderte Projekt beschäftigt sich vor allem mit den Schädigungsabläufen in frühen Stadien der MS. Neue Erkenntnisse könnten für die Entwicklung von Therapien für die Regeneration der Markscheiden bedeutsam sein.

Seit 2004 arbeitet Simons am Max-Planck-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen. Seit 2007 ist er zusätzlich als klinischer Oberarzt in der Krankenversorgung in der Klinik für Neurologie der UMG tätig. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt im Bereich der Myelin-Biologie und der Neurodegeneration.

In dem geförderten Projekt sollen die molekularen Mechanismen der Myelinentstehung entschlüsselt werden, um so neue Therapieansätze zur Remyelinisierung entwickeln zu können.

Die Beschleunigung in der Entwicklung von MS-Medikamenten soll dadurch erreicht werden, dass die Wissenschaftler ihr Fachwissen von Anfang an bündeln und besonders eng zusammenarbeiten. Sie tauschen Versuchsprotokolle aus und teilen auch unveröffentlichte Ergebnisse miteinander. Vielversprechende Ergebnisse werden in einem eigenen Labor unter industriellen Bedingungen repliziert.

In den USA arbeitet das Forschungscluster der MRF schon seit 2004 in dieser Form. Seither konnten bereits erste Erfolge verbucht werden: Neun US-Patente wurden angemeldet, zwei identifizierte Wirkstoffe werden gerade in klinischen Studien getestet. Ziel ist es, bis zum Jahr 2024 eine Therapie für MS-Betroffene zu entwickeln.

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