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Göttingen NASA-Mission „Dawn“ beendet – Kamerasystem aus Göttingen
Campus Göttingen NASA-Mission „Dawn“ beendet – Kamerasystem aus Göttingen
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17:00 05.11.2018
Blick auf Ceres: Das Foto wurde von einem in Göttingen gebauten Kamerasystem aufgenommen. Quelle: NASA
Göttingen

Die Raumsonde startete 2007 ins All und erforschte seit 2011 den Asteroidengürtel – bis der Treibstoff, wie erwartet, ausgegangen ist, teilt das MPI für Sonnensystemforschung (MPS) mit.

Das wissenschaftliche Kamerasystem von Dawn wurde unter Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts am Justus-von-Liebig-Weg auf dem Nord-Campus entwickelt, gebaut und betrieben – im Verlauf der Mission seien mehr als 100 000 Bilder von Vesta und Ceres, den beiden größten Objekten im Asteroidengürtel, aufgenommen worden, so Birgit Krummheuer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des MPS.

„Eine einzigartige Mission“: Dr. Andreas Nathues (MPS Göttingen)

Seit Juni kreist Dawn auf stark elliptischen Umlaufbahnen um den Zwergplaneten Ceres, welche die Raumsonde auf etwa 35 Kilometer an die Oberfläche heranführen. Die NASA hatte berechnet, dass der Treibstoffvorrat unter diesen Bedingungen wahrscheinlich zwischen Mitte September und Mitte Oktober erschöpft sein würde. „Wir freuen uns über jeden Tag, den Dawn darüber hinaus durchgehalten hat, und über jedes Datenpaket, das wir noch erhalten haben“, sagte Dr. Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams. „Dies ist der krönende Abschluss für eine einzigartige Mission.“

Seit März 2015 erforscht Dawn ihr zweites Ziel, den Zwergplaneten Ceres. Dieser hat sich als komplex aufgebauter Körper entpuppt, unter dessen Oberfläche sich ausgedehnte Wasserreservoirs erstrecken, so Krummheuer. Zudem seien Hinweise auf Kryovulkanismus gefunden worden. Dawns erstes Ziel, der riesige Asteroid Vesta, „ist hingegen eine steinige Welt, die einst auf dem besten Wege war, sich zu einem eigenständigen Planeten zu entwickeln“.

Kamerasystem des MPS Göttingen hat „entscheidende Rolle“ gespielt

„Die Mission Dawn hat nicht nur unser Bild des Asteroidengürtels grundlegend verändert“, so Nathues. „Sie ist auch für unser Verständnis, wie das Sonnensystem als Ganzes entstanden ist und wo sich lebensfreundliche Bedingungen entwickeln konnten, von unschätzbarem Wert.“ Eine entscheidende Rolle habe das wissenschaftliche Kamerasystem von Dawn gespielt. „Die Zehntausenden Aufnahmen von Vesta und Ceres werden noch jahrelang ausgewertet werden müssen.“

Die Raumsonde werde im Asteroidengürtel verbleiben – „geparkt“ auf einer stabilen Umlaufbahn um Ceres. Der wasserreiche Zwergplanet sei auch in Zukunft von großem Interesse für Wissenschaftler, die sich mit den notwendigen Bedingungen für das Entstehen von Leben beschäftigen.

Info: www.mps.mpg.de/de/Dawn

Von Stefan Kirchhoff/r

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