Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Nährwertangaben beeinflussen Kaufverhalten

Konsumentenforscher kritisieren variable Portionsgrößen auf Produkten Nährwertangaben beeinflussen Kaufverhalten

Käufer achten bei der Wahl von Lebensmitteln zunehmend auf Nährwerte wie Kalorien, Zucker oder Fett. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass Produkte, die an der Stelle kleinere Portionsgrößen verwenden, verstärkt gekauft werden.

Voriger Artikel
Luftfahrtforscher gestorben
Nächster Artikel
HAWK-Infotage für Schüler

Große Auswahl: Nicht nur im Angebot, sondern auch bei den Angaben von Portionsgrößen auf Lebensmittelprodukten.

Quelle: dpa

Göttingen . Im Gegensatz zur vorgeschriebenen Nährwerttabelle auf der Rückseite der Packung kann der Hersteller bei den freiwilligen Angaben auf der Vorderseite des Produkts die Portionsgröße als Basis für Nährwertangaben variieren – je kleiner die Portion, umso geringer beispielsweise die dort angegebene Kalorienzahl. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of the Association for Consumer Research veröffentlicht.

Ossama Elshiewy.

Quelle: pug

Die Wissenschaftler werteten nach Angaben der Universität Göttingen die Daten von mehr als 1 500 Supermärkten in Großbritannien über einen Zeitraum von zwei Jahren aus. Während dieser Zeit führte der Händler eine freiwillige Nährwertangabe auf der Vorderseite der Produkte ein. Aus der Analyse der Konsumentenforscher geht hervor: Je niedriger die Angabe der Portionsgröße als Basis für Nährwertangaben, desto größer der Anstieg des Absatzvolumens nach der Einführung der Kennzeichnung.

„Viele Konsumenten bewerten ein Produkt offenbar ausschließlich nach der angegebenen Kalorienzahl oder anderen Nährwerten und ignorieren dabei die Vergleichsbasis pro Portion“, erläutert der Leiter der Studie, Dr. Ossama Elshiewy. Nach Ansicht der Wissenschaftler dienen diese Angaben weniger der Aufklärung, sondern vielmehr der Vermarktung der Produkte.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass kleinere Portionsangaben die Verbraucher, die Nährwertinformationen als Richtlinie nutzen, in die Irre führen können und somit für diese Gruppe eine Gefahr in Bezug auf ihre Ernährungsgewohnheiten darstellen“, so Elshiewy. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die kleineren Portionsangaben tendenziell eher bei ungesünderen Produkten auftreten. Sie fordern deshalb eine Standardisierung bei der Angabe dieser Portionsgrößen.

Darüber hinaus soll die Forschung den Unterschied zwischen gesetzlich vorgeschriebenen Nährwertangaben und Nährwertangaben als Instrument des Lebensmittelmarketing künftig stärker berücksichtigen. Elshiewy: „Insbesondere Kennzeichen auf freiwilliger Basis können zur bewussten Manipulation der wahrgenommenen Kalorienmenge eingesetzt werden und sollten daher nicht mit verpflichtenden Nährwertangaben verwechselt werden.“ jes/pug

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger