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Neuartige Probleme der Mathematik lösen

Courant Forschungszentrum Neuartige Probleme der Mathematik lösen

Mit den Antrittsvorlesungen von drei Juniorprofessorinnen hat die Universität Göttingen ein weiteres Courant-Forschungszentrum eröffnet: „Strukturen höherer Ordnung in der Mathematik“ sind das Forschungsthema.

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Mathematik: Neuartige Probleme des Fachs sollen am Courant Zentrum gelöst werden.

Quelle: Fender

Die Forschung in der Mathematik erlebt heute eine Phase, in der sehr unterschiedliche mathematische Felder zusammenrücken und sich gegenseitig beeinflussen. Damit treten neuartige Probleme auf: So wird beispielsweise die ,flexible‘ Welt der Topologie und der Geometrie in der ,starren‘ Zahlentheorie eingesetzt. Nach wie vor fehlt jedoch ein gutes Verständnis der übergeordneten Prinzipien, die dies effektiv möglich machen“, erklärte Prof. Thomas Schick die Notwendigkeit eines neuen Blickwinkels. Der Mathematiker ist Koordinator des Zentrums und verweist auf die Physik: So sei die „brennendste Frage“ der fundamentalen theoretischen Physik heute die Zusammenführung von Einsteins Relativitätstheorie und von Quantenphysik. „Hierfür müssen wohl völlig neuartige mathematische Strukturen entwickelt werden“, meinte Schick. 

Das ist die Aufgabe der Wissenschaftler am Courant Forschungszentrum. Sie sollen Entwicklung, Untersuchung und Anwendung zugrundeliegender allgemeiner Strukturen voranutreiben, um aktuelle Probleme der mathematischen Beschreibung zu lösen. „Dies gilt sowohl innerhalb der Mathematik als auch im Hinblick auf die Grundlagen der Quantenphysik“, so Schick. In Kooperation mit Forschern der Fakultäten für Mathematik und Informatik sowie Physik werden die Leiterinnen der Nachwuchsforschergruppen. die Professorinnen Dorothea Bahns, Hannah Markwig und Chenchang Zhu, die Entwicklung neuer mathematischer Strukturen angehen.  

Internationaler Background

Beim Eröffnungskolloquium des Zentrums erklärte Carsten Mühlenmeier vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium, dass der internationale Background der Wissenschaftlerinnen zur internationalen Geschichte der Göttinger Mathematik passe. Und in die Zukunft blickend, erklärte Mühlenmeier, er freue sich, wenn die geplante Zusammenfassung der mathematischen Institute im Nordbereich der Universität bald geschehen würde. 

Richard Courant (1888-1972) war von 1920 bis 1933 Leiter des Mathematischen Instituts der Universität. Damals sei Göttingen ein führendes Zentrum der Mathematik gewesen, dessen Ende mit der NS-Zeit kam, erinnerte Universitätspräsident Prof. Kurt von Figura, weil viele herausragende Mathematiker das Land verlassen mussten. Dazu gehörte damals auch Courant. Figura erklärte, er hoffe sehr, dass sich die „Mathematik wieder zu einem Aushängeschild der Georgia Augusta entwickelt“. Von sieben geplanten Courant-Zentren an der Universität sind drei eröffnet. Alle werden aus Mitteln der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder, an der die Georg-August-Universität im Jahr 2007 erfolgreich teilnahm

Die 1976 geborene Dorothea Bahns hat die Nachwuchsgruppe „Quantenfelder und nicht-kommutative Räume“ im Mai 2008 übernommen. Nach dem Studium der Physik in Freiburg war sie unter anderem  in Hamburg, Cambridge, Rom und Golm tätig und zuletzt an der Universität Hamburg 

„Tropische Algebraische Geometrie“ hat die im Juni von Hannah Markwig, Jahrgang 1980, übernommene Arbeitsgruppe zum Thema. Nach dem Studium der Mathematik an der Technischen Universität Kaiserslautern war Markwig in den USA in Berkeley, Minneapolis und in Ann Arbor tätig.

Die gebürtige Chinesin Chenchang Zhu, Jahrgang 1977, absolvierte in Peking ein Mathematik-Studium. Danach forschte sie in Berkeley (USA), in Zürich (Schweiz) und St. Martin d’Hères (Frankreich). An der Georg-August-Universität ist sie seit September 2008 Leiterin der Nachwuchsgruppe „Differentialgeometrie“. 

Von Angela Brünjes

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