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Neue Behandlungsstrategie: Vorhofflimmern mit Langzeit-EKG aufspüren

Vorboten des Schlaganfalls erkennen Neue Behandlungsstrategie: Vorhofflimmern mit Langzeit-EKG aufspüren

„Vorhofflimmern ist ein wichtiger Risikofaktor für Schlaganfälle. Bleibt dieser unentdeckt, kann es zu einem erneuten Schlaganfall kommen. Durch eine geeignete Therapie lässt sich dieses Risiko deutlich reduzieren“, sagt Dr. Klaus Gröschel, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz.

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Schichtaufnahmen eines Gehirns: gezeigt wird ein Bereich, der durch einen Schlaganfall geschädigt ist.

Quelle: dpa

Göttingen. Wenn Patienten, die gerade einen Schlaganfall erlitten haben, mit einem 7-Tage-Langzeit-Elektrokardiogramm (EKG) untersucht werden, lässt sich bei etwa jedem achten Patienten die Herzrhythmusstörung „Vorhofflimmern“ nachweisen. Vor allem bei älteren Patienten.

Dies haben Gröschel und sein Kollege Dr. Rolf Wachter, Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) in ihrer Studie „Find-AF“ herausgefunden.

„Find-AF“ ist die Abkürzung für „finding atrial fibrillation“ und bedeutet übersetzt „Vorhofflimmern finden“. Nun wollen beide Forscher in der neuen Studie „Find-AF randomised“ zeigen, dass ihr Ansatz die übliche Behandlung ersetzen könnte. Dafür vergleichen sie die Ergebnisse der neuen Behandlungsstrategie mit der bisherigen.

Blutgerinnsel im Herzen

Die häufigste Ursache für einen Schlaganfall ist das Vorhofflimmern. Bei dieser Herzrhythmusstörung bildet sich ein Blutgerinnsel im Herzen. Wird es in das Gehirn ausgeschwemmt, verstopft es die Gefäße und führt dazu, dass Hirngewebe abstirbt.

Oft wird Vorhofflimmern nicht erkannt, weil die Herzrhythmusstörung nur für wenige Minuten auftritt. Deshalb wird sie bei den üblichen Herz-Kreislaufuntersuchungen leicht übersehen. Wird Vorhofflimmern rechtzeitig erkannt, lässt sich ein Schlaganfall als Folge verhindern.

Für Patienten mit einem Schlaganfall, bei denen Vorhofflimmern erkannt wurde, gibt es wirksame Therapien, die das Risiko neuer Schlaganfälle um zwei Drittel reduzieren können.

In der Studie „Find-AF-randomised“ erhalten Patienten mit kürzlich erlittenem Schlaganfall durch Losentscheid entweder die aktuell empfohlene Diagnostik, wie Herzuntersuchungen, Herzrhythmuskontrolle auf einer zertifizierten Schlaganfallstation und Gefäßuntersuchungen, oder zusätzlich ein Langzeit-EKG über zehn Tage.

„Schlaganfälle reduzieren“

Das EKG wird nach drei und nach sechs Monaten wiederholt. 402 Patienten im Alter von über 60 Jahren nehmen an der Studie teil.

„Wenn eine zusätzliche und verlängerte Rhythmusüberwachung der aktuellen Standardtherapie überlegen ist, wird das mutmaßlich dazu führen, dass die Empfehlungen der Fachgesellschaften zur Versorgung von Schlaganfallpatienten überarbeitet werden müssen“, sagt Dr. Rolf Wachter.

„Vorhofflimmern besser zu erkennen, ist vermutlich die vielversprechendste Strategie, um die Zahl der Schlaganfälle zu reduzieren. Die Studie ist ein wichtiger Schritt zu einer personalisierten Medizin.“

Die Ergebnisse der Studie sollen im Frühjahr 2016 veröffentlich werden.

chb/umg

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