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Neue Daten aus Europas Wäldern

Umweltschutz Neue Daten aus Europas Wäldern

Informationen über den Waldzustand in Europa soll ein einheitliches forstliches Umweltmonitoring-System liefern. An der Entwicklung im Rahmen eines Forschungsprojektes der Europäischen Union (EU) ist als größter deutscher Partner die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) in Göttingen beteiligt. 

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Messstation: Niederschlag und Nährstoffe im Boden.

Quelle: NW-FVA

Seit der saure Regen zu großflächigen Baumschäden führte, hat das Ökosystem Wald im politischen und gesellschaftlichen Bewusstsein an Bedeutung gewonnen. 1984 wurde die forstliche Umweltbeobachtung eingeführt, das vor allem Stoffeinträge aus der Luft feststellte. Das neue EU-Projekt „Further Development and Implementation of an EU-level Forest Monitoring System“ heißt abgekürzt „FutMon“ und soll innerhalb von zwei Jahren die Grundlagen schaffen, um mehr Werte zu erhalten nach europaweit gleichen Standards.

Neben Luftverschmutzung und Versauerung seien neue Aspekte gefragt, erklärt Nils König, Sachgebietsleiter an der NW-FVA. So stelle sich für die Forstwirtschaft die Frage, „wie kann ich den Wald nutzen, ohne ihn nährstofffrei zu machen.“ 

Die NW-FVA hat von den zwölf FutMon-Teilprojekten drei erhalten: Baumvitalität, Qualitätssicherung in den europäischen Laboratorien und das Pilotprojekt zur Fernerkundung der Baumkronendichte mit Laser-Scannern vom Flugzeug aus. 1,9 Millionen Euro stehen zur Verfügung, wovon 0,9 Millionen Euro von der EU kommen und 1 Million Euro bringen die NW-FVA-Trägerländer Hessen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt auf. 

Vitalität der Bäume

Mit 16 Millionen Euro ist die EU an den 34 Millionen Euro des Gesamtprojektes mit 40 Partnern in 24 europäischen Ländern beteiligt. Prof. Johannes Eichhorn, Leiter der NW-FVA-Abteilung Umwelkontrolle hofft, dass die Ergebnisse aus den 303 Messstationen in Europa Grundlage für die Fortsetzung der Untersuchungen sein werden. Aussagekräftige Waldforschung, so Eichhorn, sei nur über Spannen von 10 bis 40 Jahren möglich. 

Seit 40 Jahren sind auch einige der neun Messstationen der Versuchsanstalt im Einsatz, mit denen nun für FutMon neben Klimadaten die Menge und chemische Zusammensetzung von Niederschlag, Bodenwasser, Nadeln, Blättern, Holz, Bodenvegetation, Humus und Boden sowie Wachstum und Vitalität der Bäume bestimmt  werden. Die Göttinger Waldforscher wollen mit ihren Daten dazu beitragen, dass es einheitliche methodische Informationen über die sehr unterschiedlichen Wälder in Europa geben wird. Dafür werden die Göttinger Ergebnisse liefern unter anderem aus Wäldern im Harz, Solling, Spessart, Lahn-Dill-Bergland, Hohen Fläming, in der Altmark und Lüneburger Heide sowie bei Zierenberg und Cloppenburg.

                                                                                                                Von Angela Brünjes

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