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Göttingen Neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut in Göttingen
Campus Göttingen Neue Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut in Göttingen
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00:19 14.03.2013
Mausnervenzelle in Kultur: Die rosa gefärbten Bereiche sind Synapsen. Quelle: MPIem
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Göttingen

Lindau, Professor an der Cornell University in Ithaca (USA), erhält den Advanced Grant für seine Forschung auf dem Gebiet der Kommunikation von Nervenzellen. Mit dem Preisgeld wird Lindau eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen aufbauen.

Etwa 100 Milliarden Nervenzellen sind in unserem Gehirn auf engem Raum zu einem komplexen Netzwerk verbunden. Sie nehmen Signale auf, verarbeiten diese und geben sie an benachbarte Nervenzellen oder Muskelzellen weiter. Die Signale werden gewöhnlich über Botenstoffe vermittelt, die in kleine Membranbläschen verpackt im Inneren der Nervenzelle bereit liegen.

Wenn elektrische Signale anzeigen, dass eine Botschaft übermittelt werden soll, verschmelzen einige Membranbläschen der sendenden Zelle mit der Zellmembran und schütten ihre Botenstoffe aus. Diese docken an der Empfängerzelle an und lösen dort ein elektrisches Signal aus.

Maschinerie der sendenden Zelle

„Unser Forschungsobjekt ist die Maschinerie der sendenden Zelle, die die Botenstoffe aus den winzigen Membranbläschen freisetzt. Sie wirkt praktisch wie ein molekularer Türöffner“, sagt Manfred Lindau. Mit seiner neuen Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie will er die molekulare Mechanik dieser Maschinerie sichtbar machen.

„Bereits jetzt wissen wir, dass Gifte, die bei Tetanusinfektionen auftreten, bestimmte lebenswichtige Komponenten dieser Maschinerie zerstören. Auch die therapeutische Anwendung von Botulinumtoxin (Botox) greift in die Maschinerie ein, indem es die Freisetzung der Botenstoffe verringert“, erklärt Lindau.

Neue Behandlungsmethoden

Ein präzises Verständnis von der molekularen Mechanik dieser Maschinerie könne zu neuen Behandlungsmethoden bei manchen Muskelerkrankungen und Virusinfektionen führen, so die Hoffnung des Physikers.

In der fünften Wettbewerbsrunde des ERC für Advanced Grants wurden 2304 Anträge eingereicht. Bewilligt wurden 302 Anträge mit einem Gesamtbudget von 680 Millionen Euro. „Für die Göttinger Max-Planck-Institute sind die ERC Grants eine Erfolgsgeschichte.

Bereits zehnmal wurden Max-Planck-Forscher in Göttingen damit für ein Projekt aus der Grundlagenforschung ausgezeichnet, das gute Chancen auf eine künftige Anwendung hat“, erklärt Joachim Bormann vom EU-Regionalbüro Niedersachsen der Max-Planck-Gesellschaft.

jb/cr

Zur Person

Manfred Lindau, Professor an der Cornell Universität in den USA, studierte Physik an der Universität Hamburg und promovierte 1983 an der Technischen Universität Berlin. Nach einem Forschungsaufenthalt im Labor von Nobelpreisträger Erwin Neher am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie wechselte er an die Freie Universität Berlin.

Von 1992 bis 1997 setzte er seine Forschung am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg fort. Seit 1997 ist er Professor für Angewandte Physik an der Cornell University in Ithaca (USA). Neben seiner Forschung am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie wird sich der gebürtige Hamburger, Jahrgang 1953, einen Teil des Jahres weiterhin seinen Arbeiten in Cornell widmen.

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