Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Neue virtuelle Seziertische in der Anatomie
Campus Göttingen Neue virtuelle Seziertische in der Anatomie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:02 25.04.2018
Am 3D-Anatomietisch (v.r.): Prof. Jochen Staiger, Direktor des Instituts für Neuroanatomie, Prof. Thomas Dresbach, Institut für Anatomie und Embryologie, Kerstin Klopries, Anatomage-Trainerin, Dr. Sara Doll, Anatomage-Trainerin, Tobias Haller und Anne Hapke,beide Anatomage-Tutoren an der UMG. Quelle: R
Göttingen

Kenntnisse über die Anatomie des Menschen gehören im Medizinstudium zur Grundausbildung. Studierende der Human- wie der Zahnmedizin lernen dabei die grundlegenden anatomischen Details und Zusammenhänge kennen. Mit dem Skalpell in der Hand legen rund 200 Humanmediziner und 40 Zahnmediziner im vorklinischen Semester an 14 Körperspendern unter Anleitung von Dozenten des Zentrums Anatomie Schicht für Schicht eines menschlichen Körpers frei, entdecken Knochen, Muskeln, Nerven und erkunden die Lage von Organen.

Hier geht die Lehre an der UMG gemeinsam mit der Bereichsbibliothek Medizin der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek (SUB) neue Wege. Die UMG hat aus Studienqualitätsmitteln der Studienkommission zwei virtuelle 3D-Anatomietische angeschafft. Damit erfüllt die anatomische Lehre die aktuellen Anforderungen aus der klinischen Praxis mit Ausbildungsmöglichkeiten an Schnittbildern oder daraus berechneten 3D-Visualisierungen.

Neues Lehrkonzept

Im modernen anatomischen Unterricht kommen zunehmend virtuelle Lehrmittel und bildgebende Verfahren, wie Sonografie, Computertomografie und Magnetresonanztomografie, zum Einsatz. Damit verfolgt das Zentrum für Anatomie ein neues Lehrkonzept. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie werden alle Körperspender mit einem Ganzkörper-CT versorgt. Studierende können somit während des Präparierkurses vom ersten bis zum letzten Tag die gesamte virtuelle Anatomie mit der fortschreitenden Präparation abgleichen.

Der 3D-Anatomietisch kann auch aufrecht aufgestellt eingesetzt werden. Quelle: R

Mit den beiden innovativen 3D-Anatomietischen gehört die Anatomie in Göttingen zu aktuell 30 Standorten in Europa und zehn Universitätsklinika bundesweit, die einen virtuellen Anatomietisch zusätzlich zum Präparierkurs in der anatomischen Lehre einsetzen.

Virtuelle Lernplattform unterstützt mit Erläuterungen

Seit dem Wintersemester 2017/2018 wird einer der beiden Göttinger 3D-Anatomietische in der anatomischen Lehre zur Ausbildung von Medizinstudierenden verwendet. „Zurzeit setzen wir den virtuellen Anatomietisch ausschließlich in einer freiwilligen Veranstaltung ein. Hier können Studierende gezielt ihre anatomischen Kenntnisse im Zusammenhang mit Krankheiten, wie zum Beispiel bei Herz-, Hirn- oder Darminfarkten, zusätzlich schulen und vertiefen. Die virtuelle Lernplattform unterstützt uns dabei mit didaktisch aufbereiteten Inhalten, Kommentaren, Erläuterungen oder Bildern, die beliebig zu- oder abgeschaltet werden können“, sagt Prof. Jochen Staiger, Direktor des Instituts für Neuroanatomie und Geschäftsführender Leiter des Zentrums Anatomie an der UMG.

Zugang rund um die Uhr

Allen Studierenden soll quasi rund um die Uhr ein angeleiteter Zugang zu dem Lehrmittel möglich gemacht werden. So wurde auf Initiative von Dagmar Härter, Leiterin der Bereichsbibliothek Medizin der SUB, ein zweiter virtueller 3D Anatomietisch angeschafft. Dieser steht in der Medizinbibliothek. Nach einem Einführungstraining durch studentische Hilfskräfte kann er frei genutzt werden.

„Der virtuelle Anatomietisch bietet ideale Voraussetzungen besonders für Prüfungsvorbereitungen“, sagt Härter. Er habe einen Vorteil gegenüber dem klassischen Präparationskurs: Mit dem virtuellen Skalpell lasse sich eine Sektion im Lernmodus beliebig oft wiederholen.

Von allen Seiten betrachten

Die Hightechgeräte zeigen die lebensgroße dreidimensionale Darstellung eines Menschen, die an beliebigen Stellen geschnitten und – anders als bei einer realen Präparation – virtuell von allen Seiten betrachtet werden kann. Mit Touch-Screen und über ausgewählte Tools lassen sich beliebige anatomische Details anzeigen. Die 3D-Darstellung bietet einen Überblick über die Lage von Organen, Blutgefäßen und Nervenfasern im menschlichen Körper.

Von Christiane Böhm

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Göttingen Buchpräsentation in der Sternwarte - Das Geheime Buch des Göttinger Geburtshospitals

Der Göttinger Historiker Jürgen Schlumbohm stellt sein Buch “Verbotene Liebe, verborgene Kinder. Das Geheime Buch des Göttinger Geburtshospitals, 1794-1857“ am Mittwoch, 2. Mai, in der Historischen Sternwarte vor. Schlumbohm hat in seinem Buch, das im Göttinger Wallstein Verlag erschienen ist, 27 Fallgeschichten vermögender Frauen nachrecherchiert.

25.04.2018
Göttingen 2. Göttinger Mediziner Contest - Schnelle Diagnosen gefragt

Gute praktische Fertigkeiten und schnelle Diagnosen sind beim 2. Göttinger Mediziner Contest gefragt. Er beginnt am Freitag, 27. April, um 16 im Hörsaal 81 der Universitätsmedizin Göttingen. Unterstützt wird der Contest durch Dr. Axel Schunk aus der Charité Berlin, der die Original-Buzzeranlage mitbringt.

25.04.2018
Göttingen Forschungsprojekt an HAWK und Uni Göttingen - Folgen des Klimawandels auf Wälder

Forscher aus Göttingen wollen in Westrumänien die Folgen des Klimawandels auf Laubwälder erforschen. Der Schwerpunkt des dreijährigen Projekts liegt nach Angaben der Hochschulen darauf, die Erkenntnisse aus Rumänien auf Wälder in Mitteldeutschland zu übertragen

25.04.2018