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Göttingen Manfred Eigen Award geht an Physiko-Chemiker Schuster
Campus Göttingen Manfred Eigen Award geht an Physiko-Chemiker Schuster
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16:00 02.05.2018
Wissenschaftler Peter Schuster erhält vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie den neu etablierten Manfred Eigen Award am 9. Mai 2018. Quelle: r
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Göttingen

Der Physiko-Chemiker wird am Mittwoch, 9. Mai , um 15 Uhr einen Vortrag zur Preisverleihung mit dem Titel „Bridging from Chemistry to Life Sciences – Evolution seen with the Glasses of a Physicist“ im Manfred-Eigen-Saal des Instituts halten.

Prof. Manfred Eigen Quelle: Christina Hinzmann

Mit der neu geschaffenen Manfred Eigen Award Lecture ehrt das MPI für biophysikalische Chemie die Verdienste des Chemie-Nobelpreisträgers und Institutsgründers Manfred Eigen. Das Institut wird jährlich an dessen Geburtstag am 9. Mai eine Forscherpersönlichkeit mit dem Manfred Eigen Award auszeichnen, die auf dem wissenschaftlichen Gebiet von Eigen arbeitet, teilte das Institut mit.

Theorie der molekularen Evolution

Der erste Preisträger dieser Reihe, Peter Schuster, ist vor allem mit der Theorie der molekularen Evolution bekannt geworden. So entwickelte er zusammen mit Eigen das Modell des Hyperzyklus und der Quasispezies. In seinem Vortrag wird er in die Theorie der molekularen Evolution einführen und erklären, wie diese sich in ein dynamisches Modell übersetzen lässt, das Evolution als Zusammenspiel von Wettbewerb, Kooperation und Variation beschreibt.

Nach dem Studium der Chemie und Physik promovierte Schuster 1967 an der Universität Wien (Österreich). Anschließend forschte er ab 1968 als Postdoktorand bei Eigen am Göttinger MPI für physikalische Chemie.

1971 habilitierte Schuster an der Universität Wien in theoretischer Chemie und wurde 1973 zum Ordentlichen Professor der Universität berufen. Von 1973 bis 1992 sowie von 1996 bis 2010 war er Direktor des dortigen Instituts für Theoretische Chemie und von 1985 bis 1991 außerdem Direktor des Computerzentrums der Hochschule.

Er ist nach MPI-Angaben darüber hinaus Gründungsdirektor des Instituts für Molekulare Biotechnologie in Jena (heute Leibniz-Institut für Altersforschung). Seit 2009 ist er emeritierter Professor der Universität Wien.

Schuster hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Erwin Schrödinger-Preis (1983), das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst (1992) sowie das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien (2010). Er ist unter anderem Mitglied der European Molecular Biology Organization (EMBO), der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, der Academia Europaea sowie der National Academy of Sciences USA.

Reaktionsgeschwindigkeiten im Mikro- und Nanosekunden-Bereich

Der Göttinger Wissenschaftler und Ehrenbürger Manfred Eigen wurde am 10. Dezember 1967 für Methoden, mit denen erstmals Reaktionsgeschwindigkeiten im Mikro- und Nanosekunden-Bereich messbar wurden mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Damit konnten zentrale Fragen der Biochemie, beispielsweise wie Enzymaktivitäten gesteuert werden, geklärt werden.

Seit 1953 war Eigen, Jahrgang 1927, am damaligen Max-Planck-Institut für physikalische Chemie tätig als Assistent von Karl Friedrich Bonhoeffer. Was der Physiko-Chemiker 1954 vor der Faraday Society in London präsentierte, war eine wissenschaftliche Sensation: Denn mit diesen Methoden war es erstmals möglich, Reaktionsgeschwindigkeiten im Mikro- und sogar Nanosekunden-Bereich zu messen. 40 Jahre war Eigen jung, als er für seine wissenschaftlichen Erkenntnisse gemeinsam mit Ronald G. W. Norrish und George Porter 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.

Von Angela Brünjes

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