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Buntes Haus für die Herzforschung

Neues Forschungsgebäude Buntes Haus für die Herzforschung

Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat am Montag ein neues Gebäude für die Herzforschung eröffnet. In dem 11,3 Millionen Euro teuren Neubau arbeiten künftig neun Arbeitsgruppen an spitzenmedizinischer Grundlagenforschung des Herzkreislaufsystems und des Herzens.

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Das neue Herzforschungsgebäude der Universitätsmedizin Göttingen.r

Göttingen. Das Gebäude verfügt über 44 Labore mit modernster technischer Ausstattung. Die Forscher nutzen unter anderem das Verfahren der hochauflösenden STED-Mikroskopie, das der Göttinger Nobelpreisträger Stefan Hell entwickelt hat. Die Fundamente des Gebäudes sind deshalb so konzipiert, dass keine störenden Schwingungen auftreten können.

Das zweigeschossige Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Haupteingang des Klinikums. Die Göttinger Universitätsmedizin richte ihre Forschung sehr stark an den Bedürfnissen der Bevölkerung aus, sagte UMG-Vorstandssprecher Professor Heyo K.Kroemer. Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien immer noch die mit Abstand häufigste Todesursache.

Die Forschungsergebnisse sollten möglichst rasch in die Praxis umgesetzt werden und den Herzpatienten der Uni-Klinik zugute kommen. Mit dem neuen Forschungsgebäude hätten die Wissenschaftler nun optimale räumliche Rahmenbedingungen, sagte Kroemer. „Damit schafft die Universitätsmedizin am Wissenschaftsstandort Göttingen eine herausragende Expertise in der translationalen Herz-Kreislauf-Forschung.“

Einer von sieben Standorten

In dem neuen Spezialgebäude forschen Arbeitsgruppen des Herzforschungszentrums Göttingen und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) gemeinsam unter einem Dach. Göttingen ist einer von insgesamt sieben Standorten im bundesweiten Forschungsverbund des DZHK.

Hier arbeiten Wissenschaftler der Universitätsmedizin und mehrerer Universitätsinstitute sowie von drei Max-Planck-Instituten (Experimentelle Medizin, Biophysikalische Chemie und Dynamik und Selbstorganisation) und des Deutschen Primatenzentrums fächerübergreifend zusammen, um neue Erkenntnisse über die Ursache, Diagnose und Therapie von Herzerkrankungen zu gewinnen.

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Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat ein neues Gebäude für die Herzforschung eröffnet.

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Der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der DZHK, Professor Garret FitzGerald (Philadelphia), zeigte sich tief beeindruckt von der Infrastruktur und der Qualität der interdisziplinären Forschung. Göttingen sei für ihn das deutsche Cambridge, meinte er. Auch der DZHK-Vorstandsvorsitzende Professor Thomas Eschenhagen war voll des Lobes. Der Standort Göttingen gehöre zur „ersten Liga“ der Herz-Kreislauf-Forschung in Deutschland.

Individuell auf Forschergruppen zugeschnitten

Der Vorsitzende des Herzzentrums Göttingen, Professor Gerd Hasenfuß, erläuterte, dass die Labore individuell auf die spezifischen Erfordernisse der einzelnen Forschergruppen zugeschnitten sind. „Exzellente Wissenschaft benötigt neben klugen Köpfen auch optimal ausgestattete Labore“, betonte DZHK-Standortsprecher Professor Wolfram-Hubertus Zimmermann. Ebenso wie mehrere Redner verwies er darauf, dass translationale Medizin nur gelingen könne, wenn es eine Einheit von Forschung, Lehre und Klinik gebe.

Die Forscher wollen vor allem neue Diagnostik- und Behandlungsverfahren für Patienten mit Herzschwäche entwickeln und möglichst schnell in die klinische Erprobung bringen.

Dazu nutzen sie unter anderem hochauflösende Mikroskope, die kleinste Details am schlagenden Herzen sichtbar machen, die Echtzeit-Kernspintomographie und die hochauflösende 4-D Echokardiographie. Die Wissenschaftler haben ein breites Themenspektrum.

Sie wollen beispielsweise Simulationsmodelle zur Vorhersage von Krankheitsverläufen und Therapieverläufen entwickeln, Niedrigenergie-Stimulationsverfahren zur Herz- Rhythmisierung einsetzen und aus Stammzellen künstliche Herzgewebe herstellen, um damit geschädigte Herzen wieder zu kräftigen.

Von Heidi Niemann

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