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Niedersächsischer Preis für Studentin

Azadeh Azizian Niedersächsischer Preis für Studentin

Azadeh Azizian gehört zu den Menschen in Deutschland, die in den amtlichen Statistiken unter der Kategorie „mit Migrationshintergrund“ geführt werden.

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Inzwischen arbeitet sie an ihrer Promotion: Azadeh Azizian.

Quelle: Rink

Als sie sechs Jahre alt ist, siedelt ihre Familie aus dem Iran in die Bundesrepublik um. Heute nennt man einen solchen Umzug in ein anderes Land Zuwanderung. Sie geht in Oldenburg zur Schule, macht ein Einser-Abitur, beginnt ein Medizinstudium an der Universität Göttingen, wird Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und arbeitet mittlerweile an ihrer Dissertation. Die 25-Jährige ist nicht nur eine sehr gute, sondern auch eine besonders engagierte Studentin. Am Mittwoch wird sie dafür in Hannover ausgezeichnet: Azizian erhält als eine von sieben „herausragenden Studierenden“ von Ministerin Johanna Wanka den Wissenschaftspreis des Landes Niedersachsen. Das Preisgeld beträgt 1500 Euro.
Schon sehr früh stand für Azadeh Azizian der Entschluss fest, dass sie Medizinerin werden wollte. „Für mich gab es eigentlich gar keine Alternative.“ Ihre Fixierung auf dieses Berufsziel hängt auch mit ihren Kindheitserlebnissen zusammen. Sie war damals häufiger zu Besuch im Krankenhaus, und diese Eindrücke haben sie geprägt: „Ich habe damals die Ärzte als strahlende Retter angesehen und sie regelrecht angehimmelt.“ Heute amüsiert sie sich über ihre kindliche Vorstellung von den „Halbgöttern in Weiß“, die mit der Realität des Medizinbetriebs nur wenig zu tun hat.

Vor fünf Jahren hat Azadeh Azizian mit dem Medizinstudium begonnen. Nicht nur wegen der großen medizinischen Fakultät sei Göttingen ein sehr guter Ort zum Studieren, meint sie: „Die Stadt ist an die Studenten angepasst, es gibt viele Rabatte und niedrige Mieten.“

Die ersten zwei Studienjahre seien relativ hart gewesen. „Man muss sehr fleißig sein und wahnsinnig viel auswendig lernen.“ Der klinische Teil des Studiums sei ihr deutlich leichter gefallen.

Im vergangenen Sommer begann sie ihre Promotionsarbeit in der Abteilung Kardiologie und Pneumologie der Universitätsmedizin. Sie untersucht Aktionspotentiale in Herzmuskelzellen von Mäusen aus unterschiedlichen Genotyp-Gruppen, die ein bestimmtes Enzym ausbilden oder nicht ausbilden. Außerdem arbeitet sie in Kooperation mit zwei anderen Laboren an der Messung von Aktionspotentialen in humanen Stammzellen.

Ausschlaggebend für die Auszeichnung mit dem Wissenschaftspreis waren nicht nur ihre sehr guten Prüfungsergebnisse, sondern vor allem ihr persönliches Engagement. Seit vier Jahren organisiert sie zusammen mit anderen Studierenden das alljährliche „Teddybär-Krankenhaus“ der Göttinger Universitätsmedizin. Jedes Jahr kommen bis zu 500 Kinder, um ihre „kranken“ Teddys und Kuscheltiere von den Jungmedizinern behandeln zu lassen.

Die Kinder sollen dabei spielerisch den Umgang mit medizinischen Behandlungen lernen und die Angst vor dem Arzt verlieren. „Am häufigsten sind Brüche zu verarzten“, erzählt die 25-Jährige. Andere Teddys leiden an Erkältungen, manchmal gibt es auch Schwangerschaften und Krebserkrankungen. „Da muss man dann ganz vorsichtig mit umgehen.“

Seit dem Jahr 2007 ist Azadeh Azizian außerdem als Tutorin im Fach Biologie tätig. Diese aus Studiengebühren finanzierten zusätzlichen Lehrangebote für die Erstsemester seien sehr gut besucht: „In meiner Anfangszeit gab es das leider noch nicht.“

Außerdem kümmert sie sich jeweils zu Semesterbeginn um die Studienanfänger. Sie leitet spezielle Erstsemester-Tutorien, die den frisch gebackenen Studenten in der Orientierungsphase helfen sollen, sich schnell im Studienalltag zurechtzufinden. Medizinerin Azizian macht mit ihnen Stadtführungen und hilft bei der Wohnungssuche. Trotz ihres anstrengenden Studiums nimmt sie sich dafür immer Zeit: „Engagement macht einfach Spaß.“

Von Heidi Niemann

Wissenschaftspreis Niedersachsen 2010

Drei Professoren und acht Studierende erhalten den Wissenschaftspreis Niedersachsen 2010. Sie wurden von der siebenköpfigen Jury ausgewählt. Der Wissenschaftspreis Niedersachsen wird in vier Kategorien vergeben mit einem Preisgeld von insgesamt 80000 Euro. Der Göttinger Neurowissenschaftler Prof. Reinhard Jahn erhält ihn für die Erforschung molekularer Mechanismen und seinen Einsatz für die Graduiertenschule Neurowissenschaften. Neben Azadeh Azizian erhält den Preis für Studierende auch die Göttinger Lehramtsstudentin Maria Schmidt für Studienleistungen und besonderen Einsatz in der akademischen Selbstverwaltung. jes

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