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Nobelpreisträger portraitiert von Peter Badge im Buch „Geniale Begegnungen“

„Form der Angepasstheit“ Nobelpreisträger portraitiert von Peter Badge im Buch „Geniale Begegnungen“

Seit dem Jahr 2000 reist der Fotograf Peter Badge mit dem Auftrag um die Welt, alle lebenden Nobelpreisträger zu fotografieren. Über 400 Nobelpreisträger hat er inzwischen abgelichtet. Zahlreiche Bildbände sind erschienen.

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Besuchte 2010 Göttingen: Der Mathematiker John F. Nash.

Quelle: dpa

Göttingen. In Zusammenarbeit mit der Autorin Sandra Zarrinbal  beschreibt er das  „Making-of“  seines Foto-Mammutprojekts : „Geniale Begegnungen „ erzählt von Badges Treffen mit Gabriel García Márquez, Barack Obama, Kim Dae-jung, Desmond Tutu, Günter Grass, Aung San Suu Kyi, Peter Higgs und vielen weiteren Laureaten. Der Fotograf erlebte beeindruckende Momente mit Mathematiker John  F.  Nash, der  im Alter von 86 Jahren am 23. Mai mit seiner Frau  Alicia Lardé bei einem Autounfall  in den USA ums Leben kam.

Peter Badge

Peter Badge

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Auch Badge beginnt mit dem berühmten „Blondinen-Problem“ zur Einführung in Nashs Leistungen auf dem Gebiet der Spieltheorie, das vor allem durch den biographischen Film „A Beautiful Mind“ Bekanntheit erlangte. Zusätzlich bietet er aber eine andere Perspektive auf Nash, die sich aus seiner Zusammenarbeit mit dem genialen Mathematiker für ein Fotoprojekt und einen Dokumentarfilm speist. Bis Badge Nash tatsächlich für ein Fotoshooting treffen konnte, musste er viel Geduld beweisen: „Keine Antwort auf meine ungezählten E-Mails und Faxe nach Princeton.“

Als es dann doch noch klappt, schickt ihm Nash sogar eine lange E-Mail mit der errechneten Wahrscheinlichkeit, dass sich beide auf dem Weg zufällig im Zug gegenübersitzen. Getroffen haben sie sich dann in einem kleinen Hotel im US-amerikanischen Stony Brook. Das Foto im Kaminzimmer, das den unkonventionellen Denker mit schiefer Krawatte auf einem geblümten Sofa zeigt, ist ein Stück Geschichte.

Nashs Besuch in Badges Heimatstadt

Nicht in die Geschichte eingegangen, aber dafür umso interessanter, ist Nashs Besuch in Badges Heimatstadt Göttingen im Jahr 2010. Plastisch und lebhaft ist nachzulesen, wie beide im „Mathe-Mekka“ Göttingen die Grabstellen von Lichtenberg und Gauß besuchen, einen Stopp in der Staats- und Universitätsbibliothek einlegen und schließlich bei Badges Eltern zum Kaffeekränzchen einkehren.

Auch über Nashs rund  30 Jahre währende Schizophrenie schreibt  der 1974 geborene Badge aus der oft ungewöhnlichen Perspektive des Mathematikers: „Gesundheit ist eine Form der Angepasstheit“ - und wirklich angepasst, so Badges Analyse, war Nash eigentlich nie. Um sich nicht zu langweilen, habe er aus alltäglichen Dingen mathematische Probleme gemacht. Die Bestellung im Restaurant konnte daher schon einmal länger dauern.

Sein schon als Junge gefasstes Ziel, ein ultimatives Problem zu lösen, habe der Mathematiker mit dem „Nash-Gleichgewicht“ der Spieltheorie erreicht. Badge erzählt aber ebenso eindringlich von anderen wissenschaftlichen Errungenschaften und vor allem der Persönlichkeit dieses Genies. 

Von Jonas Rohde

Peter Badge, Sandra Zarrinbal: „Geniale Begegnungen. Weltreise zu Nobelpreisträgern“´. Daab Verlag, 576 Seiten mit 100 Abbildungen, 29,95 Euro.
 
Nash-Besuch der Akademie

John F. Nash, der US-amerikanische Mathematiker und Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften, hat  zusammen mit seiner Frau und einem seiner Söhne im Jahr 2010 die Akademie´der Wissenschaften zu Göttingen besucht. Nash war damals zum ersten Mal in Göttingen.

Er hatte nach Angaben der Akademie lange den Wunsch gehegt, die Stadt und die Akademie kennen zu lernen, in der so viele bedeutende Mathematiker gelebt und gewirkt hatten wie an kaum einem anderen Ort. Bei einem kleinen Empfang wurde Nash eine Liste berühmter Mathematiker übergeben, die im Laufe der Jahrhunderte Akademiemitglieder gewesen waren, darunter Carl Friedrich Gauß, David Hilbert, Georg Friedrich Bernhard Riemann, Carl Ludwig Siegel und Felix Klein.

„Es war das schönste Geschenk, das wir ihm machen konnten“, erinnert sich der damalige Präsident Christian Starck. Stefan Tangermann, seit 2012 Präsident, sagt: „Die Akademie trauert um den genialen Mathematiker John Nash“. eb

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