Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Ominöse 42

Von der Wissenschaft bei Douglas Adams Ominöse 42

Diplom-Physiker Alexander Pawlak war zu Gast im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität. In Raum 42+60 sollte er seinen Vortrag halten, so stand es auf einem Schaubild zu lesen. Wahren Fans reicht dieser Hinweis zu erkennen, um was es gehen sollte: Um das Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ von Douglas Adams.

Voriger Artikel
Langenfeld zur Verfassungsrichterin gewählt
Nächster Artikel
Mittagessen im alten Schornstein

Douglas Adams (1952-2001) bei seiner ersten Deutschland-Lesung 1994 in Göttingen.       

Quelle: Heller

Göttingen. „Alle reden von 42, aber keiner kennt das Buch.“ Diese Einschätzung traf eine junge Frau in Hörsaal 102, in dem sich neben angehenden Wissenschaftler auch einige Altfans versammelt hatten. Die wussten natürlich, dass in dem Adams-Buch 42 die Antwort auf die größte aller Fragen ist, die Frage nach allem. Sie bekannten auf Nachfrage des Referenten, bei der ersten Adams-Lesung in Deutschland dabei gewesen zu sein – 1994 auf Einladung des Literaturherbst-Erfinders Christoph Reisner in Göttingen. Reisner organisierte später auch Lesereisen von Adams durch Deutschland.

Auch Diplom-Physiker Pawlak ist offensichtlich ein großer Fan des Werkes, das man tatsächlich Kult-Buch nennen darf. Er hatte sein Handtuch dabei, auch das ein Rat aus „Per Anhalter durch die Galaxis“. Sein Handtuch sollte man immer dabei haben. Pawlak zeigte in seiner Powerpoint-Präsentation das Foto einer Astronautin in der internationalen Raumstation ISS – natürlich ausgestattet mit einem Handtuch und dem Adams-Slogan „Don’t Panic“ auf dem T-Shirt. Aufgenommen wurde das Bild an einem 25. Mai, dem Towel Day. Der ist Gedenktag für Adams.

Das Buch:

Alexander Pawlak: Die Wissenschaft bei Douglas Adams, Wiley-VCH Verlag, 320 Seiten, 16,95 Euro

Doch eigentlich wollte Pawlak ja über die Wissenschaft in „Per Anhalter durch die Galaxis“ sprechen. Dazu veröffentlichte er immerhin 2010 ein Buch – und steigt gleich mit dem Beginn der Adams-Geschichte ein. Die Erde soll weggesprengt werden, um einer intergalaktischen Umgehungsstraße Platz zu machen. 

Pawlaks Frage: Wieviel Energie wäre dazu notwendig? Seine Eingangsvoraussetzung: Um ein Kilogramm Erde unumkehrbar ins All zu befördern müsse der Brocken auf 11,7 Kilometer pro Sekunde beschleunigt werden. Um die Energie für die ganze Erde zusammenzubringen, müsste die Kernfusionsanlage – „die mit dem meisten Bumms“ – in Livermore in Kalifornien etwa drei Millionen Jahre laufen, lautet Pawlaks Rechnung. Sein Fazit: Die Erde wegzupusten, das schafft niemand.

Nach einigen weiteren Rechen- und Grübelaufgaben kommt Pawlak zu dem Schluss, Adams „„war in der Lage, wissenschaftlich zu denken und irrsinnige Ideen irgendwie logisch zu erklären“.

Sein Honorar für diesen Abend spende er für die Aktion „Save the Rhino“, die Adams ins Leben gerufen habe, um bedrohte Rhinozerosse zu schützen, erklärte Pawlak am Ende. Ein echter Douglas-Fan eben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ausstellung „on/off“ über den Nobelpreis in der Alten Mensa Göttingen