Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Insekten und Algen als Soja-Ersatz im Futtermittel?

Online-Befragung zu alternativen Proteinquellen Insekten und Algen als Soja-Ersatz im Futtermittel?

Würden Landwirte es akzeptieren, wenn das Futter für ihre Schweine oder ihr Geflügel Algen oder Insekten enthält? Das wollten Göttinger Agrarwissenschaftler mit einer Online-Umfrage unter Landwirten herausfinden. Eine Teilnahme ist bis 15. Januar 2017 möglich, teilte die Universität Göttingen mit.

Voriger Artikel
Ralph Dutli erklärt "Dantes Gesänge"
Nächster Artikel
Preis für Physiker Karedla

Proteinquelle Insektenlarven: Theresa von Bierbrauer untersucht die Bereitschaft von Landwirten, alternative Proteinquellen als Futtermittel einzusetzen.

Quelle: R

Göttingen. „Der Einsatz dieser alternativen Eiweißlieferanten könnte dazu beitragen, die Futtermittelimporte aus Übersee in der Nutztierproduktion zu reduzieren“, erläutert Prof. Ludwig Theuvsen vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, der das Forschungsprojekt leitet. „Wenn sich eine Innovation durchsetzen soll, ist es enorm wichtig, dass sie von allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette akzeptiert wird“, erklärt Theresa von Bierbrauer, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem Projekt arbeitet. Deshalb beginne die Befragung bei den Landwirten, die als Nutzer eine zentrale Rolle einnehmen und deren Meinung den Forschern wichtig ist. Neben Futtermitteln als Ersatz für die Proteinquelle Soja geht es um Faktoren, die Akzeptanz oder Ablehnung dieser Neuheit beeinflussen. Weitere Frage: Wie gehen Betriebe generell mit neuem Wissen, neuen Produkten oder Prozessen um?

Im weiteren Verlauf der empirischen Erhebung befragen die Forscher die Hersteller von Futtermitteln, Unternehmen der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie und den Lebensmitteleinzelhandel. Neben der deutschen Wertschöpfungskette von Schwein und Geflügel betrachten sie auch die entsprechenden Akteure in Frankreich und den Niederlanden, um deren Methoden und Einfluss in die regionalen Produktionsnetzwerke mit einzubeziehen. Erste Ergebnisse werden im Frühjahr 2017 erwartet.

Die Befragung ist Teil des Forschungsprojekts „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“. Die Forscher untersuchen beispielsweise im Bereich der Lebensmittel Fleischanaloga auf Algenbasis. Im Bereich der Tierernährung stehen neben den Algen auch Insektenlarven als alternative Eiweißquelle im Fokus; neben Akzeptanzuntersuchungen werden hier unter anderem auch Fütterungsversuche durchgeführt. Langfristiges Ziel der Forschung ist das Abschätzen des Potenzials von Algen und Insekten sowohl in der menschlichen als auch in der Tierernährung.

www.uni-goettingen.de/sustrans

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Amnesty-Protest auf dem Campus