Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Peinlicher Protest
Campus Göttingen Peinlicher Protest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:29 04.12.2009
Anzeige

Von Corinna Berghahn

Seit Wochen streiken die Studierenden an den Universitäten. Zu Recht. Die Bologna-Reformen sind halbgar, studieren wird unbezahlbar und die Einflussnahme der Wirtschaft auf die Universitäten ist mehr als diskussionswürdig. Gegen all das zu streiken, ist also richtig und wichtig. Doch einer Gastrednerin, die sogar Verständnis für die Proteste äußert, durch Lärm vom Reden abzuhalten, ist kontraproduktiv und ob der Unhöflichkeit sogar peinlich.

Aktionen wie diese, oder wie im Sommer die Beschmutzung der Büsten in der Aula am Wilhelmsplatz, schaden dem Image des Bildungsstreiks. Denn so stehen alle Studierenden als potentielle Krawallmacher da, die nur hohle Phrasen von Demokratie brüllen, dabei aber nicht die Freiheit der Andersdenkenden respektieren. Und der Uni-Präsident ist aufgrund seines bedachten Handels – er hätte durchaus die Polizei einschalten können – der moralische Gewinner. Wenn die Protestler das mit ihrer Aktion erreichen wollten: Glückwunsch, geschafft!

Dass viele andere streikende Studierende, die auf Kommunikation setzen, überhaupt nicht mit dieser Form des Protestes einverstanden sind, interessiert die kleine Gruppe vom Donnerstag weniger. Dabei sagte schon Bertolt Brecht: „Einigt euch und ihr seid frei.“ Nur dann kann der Bildungsstreik Erfolg haben.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zwei Mikrophone in die sie spricht, und trotzdem können die Zuhörer sie kaum verstehen. Gegen das Tröten und Klatschen einer Handvoll protestierender Studenten kommt Prof. Jutta Limbach, ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und angekündigte Rednerin der Göttinger Universitätsrede 2009, nicht an.

04.12.2009

Stefan Treue gestand gestern Nachmittag (Donnerstag, 3. Dezember), er habe „noch weiche Knie“. Die Nachricht hatte den 45-jährigen wissenschaftlichen Leiter des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) doch überrascht, obwohl zu ihm durchgedrungen war, dass er zu den 170 Kandidaten zählte: Treue erhält den wichtigsten deutschen Wissenschaftspreis.

03.12.2009

Ein Zufallsfund in einem Leipziger Antiquariat brachte 1936 ein lange verschollenes Werk ans Licht: das sibirisch-amerikanische Tagebuch von Carl Heinrich Merck. Erst jetzt, fast 80 Jahre nach der Entdeckung, ist dieses Werk gedruckt worden. Am Dienstag wurde es im Institut für Ethnologie der Öffentlichkeit präsentiert.

02.12.2009
Anzeige