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Per Radiowellen durch die Haut

Taubheit Per Radiowellen durch die Haut

„Taub und trotzdem hören!“ – So lautet das Motto des 4. Deutschen Cochlea-Implant-Tages am 20. Juni. Cochlea Implantate wandeln Schall in elektrische Impulse um, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke stimuliert wird.

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Hören mit einer Prothese: Cochlea-Implantate stimulieren den Hörnerv.

Quelle: dpa

Allein in Deutschland haben sich in den zurückliegenden 25 Jahren rund 20000 ertaubte Erwachsene und Eltern von gehörlos geborenen Kindern für eine solche Innenohrprothese entschieden. Zum CI-Tag werden bundesweit Selbsthilfegruppen, CI-Zentren, Kliniken, Bildungseinrichtungen und andere Institutionen über das Leben mit Cochlea Implantaten (CI) informieren. In Göttingen hat der Verein der Eltern und Freunde hörbehinderter Kinder Südniedersachsen am Sonntag, 20. Juni, von 13 bis 17 Uhr ein Sommergrillfest und Malfest organisiert, das auch dem Erfahrungsaustausch und dem Knüpfen regionaler Netzwerke dienen soll. Das Fest findet auf dem Außenschulgelände der Mittelbergschule Hetjershausen statt.
„Das Cochlea Implantat ermöglicht es gehörlos geborenen Kindern, das Hören und die Sprache zu erlernen; auch hochgradig hörgeschädigte Erwachsene können dank CI ihren Hörsinn zurück gewinnen“, erklärt Franz Hermann, Präsident der DCIG. „Am CI-Tag wollen wir die Öffentlichkeit informieren – über die Chancen dieser medizinischen Entwicklung und über den Alltag hörgeschädigter Menschen, die mit einem CI leben.“

Hörnnerv stimulieren

Das Implantat ist eine Hörprothese für Gehörlose, deren Hörnerv noch funktioniert. Das CI-System besteht aus einem Mikrofon, einem digitalen Sprachprozessor, einer Sendespule mit Magnet, und dem eigentlichen Implantat, das sich aus einem weiteren Magneten, einer Empfangsspule, dem Stimulator, und dem Elektrodenträger mit den Stimulationselektroden zusammensetzt. Die Elektroden werden in die Cochlea (Hörschnecke) eingeführt. Die Empfangsspule wird hinter dem Ohr unter der Haut platziert.
Im Sprachprozessor werden über das Mikrofon empfangene Schallschwingungen in elektrische Signale umgewandelt. Diese werden nach der Verarbeitung als elektrisches Pulsmuster über das Kabel zur Spule weitergeleitet. Die durch Magnetkraft über dem Implantat gehaltene Spule sendet diese kodierten Signale per Radiowellen durch die Haut zum Implantat. Dieses entschlüsselt die Signale und leitet sie über die Elektrode in die Cochlea weiter. Durch diese elektrischen Impulse wird der Hörnerv stimuliert, der in Folge so genannte Aktionspotenziale erzeugt und diese an das Gehirn weiterleitet. Das Gehirn empfängt die Aktionspotenziale des Hörnervs und erkennt sie als Sprache, Klang oder Geräusch.

In Göttingen wird das Cochlea-Implantat seit Anfang 2009 in der Hals-Nasen-Ohren-Klinik des Uniklinikums eingesetzt. Acht Patienten haben seitdem von Chefarzt Prof. Christoph Matthias ein solches Implantat bekommen. Interessenten können sich unter der Telefonnummer 0551/ 39 22801 informieren.

Von Christiane Böhm

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