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Pfingstrosen im Alten Botanischen Garten

Themenführung Pfingstrosen im Alten Botanischen Garten

Sie blühen nur wenige Wochen, manche nur ein paar Tage: die Pfingstrosen. Aber die Schönheit ihrer Blüten ist Anlass genug sie „einmal im Jahr so richtig zu feiern“, sagt Michael Schwerdtfeger, Kustos des Alten Botanischen Gartens. Auf einer Führung stellte er einige besonders schöne Exemplare vor.

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Pfingstrosen: Sie blühen nur wenige Wochen, manche nur ein paar Tage.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Und sie blühen an diesem Abend kurz vor Pfingsten auch wirklich. Das könne man ja nicht so richtig planen, so Schwerdtfeger. Aber die warme Witterung der vergangenen Tage hat viele Exemplare aufblühen lassen.

Im Sommer bietet der Kustos in unregelmäßigen Abständen Themenführungen durch den Garten an. Jetzt die Pfingstrosen, am Donnerstag dieser Woche sind Sonnen und Schattenstauden das Thema. Eine Führung für eine einzige Gattung, die nur rund 30 Arten umfasst? Sie seien eben besonders, so der Botaniker und führt die Gruppe von gut 50 Gartenfans zu paeonia officinalis. Schon die alten Griechen kannten diese kräftig lila-rosa-blühende Pflanze, ihnen verdanken wir auch den Namen. Der Gott Paeon stand Pate.

Pilgerort für Pflanzenliebhaber

Unsere Bauerngarten-Pfingstrose, ebenfalls unter dem Namen paeonia officinalis bekannt, sei bereits eine Kulturform, erfahren die Besucher. Wahrscheinlich waren es die Römer. Die Wildform sei selten, „kostbare Standorte“ gäbe es beispielsweise im Tessin. „Da pilgern die Pflanzenliebhaber hin“, so Schwerdtfeger.

Warum man Pfingstrosen meist nicht durch gezielte Aussaat im Topf wie so viele andere Pflanzen vermehren kann, erfahren die Göttinger auch. Die Samen müssen „überliegen“, so der Fachausdruck. Sie brauchen zwei Jahre bis sie keimen: einen Winter, den Sommer und noch einen Winter. Einfach aber ist die Vermehrung durch Teilung des Wurzelballens. Aber bitte in der „Ruhephase der Pflanzen!“ Von September bis Dezember.

Keine Angst vor Frostschäden

Zu einigen herrlichen Exemplaren der Strauchpfingstrosen geht die Führung dann. Teuer sind sie, denn sie lassen sich nicht so einfach vermehren. Sie müssen veredelt werden, das heißt mit einer stabilen Unterform verbunden werden, wie Wein oder Obstbäume. Dann aber passiert drei Jahre nichts. „Sie gehen nur nicht ein“, so Schwerdtfeger. Erst nach diesen drei Jahren fangen sie an zu wachsen. Vor Frostschäden an diesen kostbaren Pflanzen müssen Gartenliebhaber keine Angst haben. Die Strauchpfingstrosen stammen aus Regionen in China, in denen sie auch harte Fröste überstehen müssen.

Wer die Pfingstrosen im Alten Botanischen Garten noch in voller Pracht sehen will, muss sich ranhalten. Sie blühen halt nicht lange.

Nächste Führungen: Stauden für Sonne und Schatten am 19. Mai, wilde Rosen am 26. Mai und Farne am 9. Juni. Die Führungen von 19 bis 20 Uhr sind donnerstags. Treffpunkt ist das Tor am Haupteingang zum Alten Botanischen Garten, Untere Karspüle 2.

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