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Pflanzenpflege im Göttinger Klinikum

„Campus-Ansichten“ Pflanzenpflege im Göttinger Klinikum

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um die Pflanzenpflege im Klinikum dreht sich Folge 29.

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Versorgt die Zierpflanzen und Bäume im Klinikum: Stavros Stanimeroudis muss sich für Pflanzenpflegeeinsätze auch mal anseilen.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Vier Stockwerke tief sind die Innenhöfe des Göttinger Universitätsklinikums. Um die vielen Pflanzen, die auf schmalen Balkonen stehen, kümmert sich Gärtner Stavros Stanimeroudis (49). Der Mitarbeiter der Universität betreut rund 1000 Hydrokulturen, darunter bis zu zehn Meter hohe Bäume.

Mit Seilen gesichert

„Diese Pflanzen, darunter eine Fischschwanz- und eine Schraubenpalme, würden auch ein Schaugewächshaus schmücken“, meint Stanimeroudis' Chef, Klaus Ahlborn (63) vom Infrastrukturellen Gebäudemanagement der Universität. Es ist im Klinikum im Auftrag der Universitätsmedizin tätig. Die Palmen, die im Foyer am Osteingang wachsen, sind mit Seilen gesichert. Ihre Wurzeln finden in den vergleichsweise kleinen Töpfen zu wenig Halt.

„Wir haben die Bäume vor 25 Jahren gepflanzt“, erinnert sich Ahlborns Mitarbeiter Peter Mattner (53). Zuvor rankte Wein in den Innenhöfen. Dann befielen Wollläuse die Monokultur. Wegen der Patienten konnte das Gebäudemanagement keine Spritzmittel einsetzen. So begann es mit einem widerstandsfähigeren Pflanzenmix zu experimentieren, draunter Efeututen, Friedenslilien und Geigenfeigen. Hydrokulturen kommen zum Einsatz, weil sie weniger Bakterien und Pilze enthalten als Erde.

1000 Pflanzen, die über den weitläufigen Gebäudekomplex verteilt liegen, muss Stanimeroudis im Blick haben. Eine Woche ist er unterwegs, um alle zu versorgen. „Abends brennen meine Füße von den weiten Wegen“, sagt er. Seit dem Jahr 2000 ist er im Klinikum tätig. Er trat die Nachfolge seines Onkels, Georgios Memtsoudis, an, der in Rente ging.

Mit einem 300-Liter-Fass schafft Stanimeroudis das Wasser zum Gießen und Düngen der Pflanzen heran. „8000 bis 9000 Liter brauche ich im Monat“, erzählt er. Bei der Arbeit auf den Balkonen der Innenhöfe muss er sich aus Sicherheitsgründen anseilen. Der Gärtner entfernt gelbe Blätter. Im Sommer muss er aufpassen, dass die Sonne die Pflanzen nicht verbrennt. Vor zwei Jahren haben die Glasdächer einen dauerhaften Spezialanstrich erhalten, der gegen zu starkes Sonnenlicht schützt.

Kranke hegen und pflegen

Stanimeroudis kümmert sich um kranke Pflanzen. Lichtmangel, Vandalismus oder Schädlingsbefall machen denen zu schaffen. Pflanzen, die noch zu retten sind, schafft der Gärtner in einen 100 Quadratmeter großen Arbeitsraum im ersten Untergeschoss des Klinikums. Er ist fensterlos. Starke Lampen sorgen von 5 bis 24 Uhr für die nötige Lux-Zahl.

Immer wieder sind Ersatzpflanzen zu ordern. Früher sorgte die Gärtnerei der Universität am Albrecht-Thaer-Weg 16 für Nachschub. Sie wurde allerdings Ende der 90er-Jahre aufgegeben. „Der hohe Ölverbrauch der Gewächshäuser machte den Betrieb zu teuer“, erinnert sich Ahlborn.

Einmal im Jahr sind die Pflanzen im Klinikum zurückzuschneiden. Nicht alle kann Stanimeroudis wachsen lassen wie die Palmen im Foyer. Bei dieser Arbeit helfen Kollegen vom Gebäudemanagement. Sie sperren dann die Innenhöfe, damit herabfallende Pflanzenteile niemanden verletzen.

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