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Philae hat Funkstille

Keine Signale Philae hat Funkstille

Das Landegerät Philae auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko hat sich seit dem 9. Juli nicht gemeldet. Im Kontrollzentrum des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln wird vermutet, dass Gasausstöße auf dem Kometen die Ursache sind oder eine defekte Empfangs- und Sende-Einheit.

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Im DLR-Kontrollzentrum in Köln: Ingenieure teste am Bodenmodell des Landegerätes neue Kommandos für Philae.

Quelle: DLR

Köln. Erst meldet sich Lander Philae am 9. Juli um 19.45 Uhr bei seinem Team im Lander-Kontrollzentrum des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) - nur um dann wieder in Schweigen zu verfallen. Seitdem arbeitet das Team daran, mit Tricks und Kniffen wieder in Kontakt mit dem Lander zu treten und ihn für wissenschaftliche Messungen zu betreiben.

"Auf unser gesendetes Kommando, das Instrument ROMAP einzuschalten, hat er noch nicht geantwortet", erläutert Philae-Projekteiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR. An einem baugleichen Modell im Nutzerzentrum für Weltraumexperimente (MUSC) des DLR testen die Ingenieure deshalb zurzeit verschiedene Kommandos, mit denen sie Philae aktivieren und optimieren wollen. "Wir haben in den bisher empfangenen Daten auch Anzeichen dafür, dass Philae sich bewegt haben könnte und seine Antenne dadurch womöglich mehr verdeckt oder anders ausgerichtet ist."

Weitere Hinweise lassen vermuten, dass der Lander  durch Gasausstöße des erwachenden Kometen seine Position verändert hat. Nach der Landung am 12. November 2014 landete Philae schließlich an einem Kraterrand in unebenem Gelände - schon eine leichte Veränderung seiner Position könnte bedeuten, dass seine Antenne auf der Oberseite nun durch Objekte stärker verdeckt wird.

Möglich ist zudem, dass eine Empfangs- oder Sende-Einheit fehlerhaft arbeitet.  Ulamec: "Wir haben mit unserem Bodenmodell deshalb ein Kommando getestet, das Philae nur mit dem funktionierenden Sender arbeiten lässt." Dieses wurde auch bereits an den Lander als ein "blind commanding" - ohne dass der Lander eine Bestätigung sendet. Hat es funktioniert, schaltet sich das Minilabor ein sobald es genügend Sonnenenergie speichern konnte.

Ein weiteres Kommando erproben die Ingenieure des DLR-Kontrollzentrums in Köln gerade an ihrem Bodenmodell von Philae: Sie wollen versuchen, ein "Arbeitspaket" auf dem Lander zu aktivieren: Dabei handelt es sich um Sonden, die im Schnüffelmodus die Oberfläche untersuchen. Sollte diese Idee funktionieren, würde Philae nach dem Einschalten mit wissenschaftlichen Messungen beginnen und diese Daten in einem nächsten Schritt zur Erde senden.

Noch bis zum 24. Juli  richtet sich Orbiter Rosetta nach den Ansprüchen des Landers aus und fliegt eine Bahn, die für die Kommunikation der beiden miteinander günstig ist. Anschließend wird Rosetta mit seinen elf Instrumenten an Bord Kurs über die südliche Hemisphäre des Kometen nehmen.

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