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Physik für Flüchtlinge in Friedland

Projekt der Deutschen Physikalischen Gesellschaft Physik für Flüchtlinge in Friedland

Aus „Physik im Advent“ wird „Physik für Flüchtlinge“: Unter reger Beteiligung veranstaltet die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) derzeit Workshops in der Friedländer Erstaufnahmeeinrichtung.

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Physiker Arnulf Quadt (links) erklärt Politiker Thomas Oppermann und jungen Flüchtlingen Grundzüge der Optik im Jugendzentrum „Bravo“.

Quelle: Hinzmann

Friedland. „Es läuft richtig gut“ erzählt Nils-Arne Rosien. Der Physikstudent vermittelt jungen Flüchtlingen Grundzüge der Optik: Etwa 25 Kinder machen mit, schielen durch den Stiel eines Weinglases auf eine Buchstabenkombination. Einige erkennen nicht einmal die lateinischen Buchstaben. Ein junger Syrer triumphiert, als er das L und das N in „Kohlendioxid“ identifiziert hat. Aber alle merken, dass sich das rot-geschriebene „Kohlen“, durch das Glas betrachtet, anders verhält als das grün-geschriebene „Dioxid“.

Physikprofessor Arnulf Quadt, Vorstandsmitglied der Göttinger Gruppe der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), überrascht das nicht: Physik sei eben universell und für alle Menschen gleich, erklärt er. Deshalb komme das Projekt auch ohne Dolmetscher aus. Stattdessen sind es Göttinger Physikstudenten, Doktoranden und Mitarbeiter der Fakultät für Physik der Universität Göttingen, die sich im Friedländer Jugendclub „Bravo“ engagieren. Seit dem 1. Dezember läuft „Physik für Flüchtlinge“, erklärt Quadt. Bundesweit, mit über 1000 Freiwilligen in 20 Flüchtlingsunterkünften, wird das Projekt angeboten. Es soll, ähnlich wie der Vorläufer „Physik im Advent“, Gelegenheit bieten, „Naturphänomene selber auszuprobieren“, erzählt Quadt. Gleichzeitig will Quadt den Mitgliedern der DPG so ermöglichen, in persönlichen Kontakt mit Flüchtlingen zu kommen. In Friedland beteiligt sich neben der DPG auch die Universität Göttingen an dem vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekt.

Am Montag informierte sich auch Thomas Oppermann über das Projekt. Bei seinem Besuch am Nachmittag freute sich der Politiker über die gute Stimmung in Friedland. Der Göttinger Bundestagsabgeordnete der SPD war zuletzt hier, als sich die aufgebrachte Gemeinde Friedland lautstark über die Überbelegung der Erstaufnahmeeinrichtung beklagte. Mittlerweile sind deutlich weniger Geflüchtete in Friedland untergebracht. Und obwohl sich Oppermann darüber ärgert, dass Asylverfahren zu lange dauern: In „Physik für Flüchtlinge“ sieht er eine Gelegenheit, die langen Wartezeiten zu nutzen, um Spaß an den Naturwissenschaften zu vermitteln.

Von Christoph Höland

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