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Ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung

Plagiatsfall an der Uni Göttingen Ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung

Ein im Sommer 2015 bekannt gewordener Plagiatsfall an der Uni Göttingen hat jetzt ein strafrechtliches Nachspiel gefunden. Der 36-Jährige habe per Strafbefehl eine Freiheitsstrafe von einem Jahr erhalten, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, teilte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft mit.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der frühere Mitarbeiter der Sozialwissenschaftlichen Fakultät habe sich des Betruges, der Urkundenfälschung, des unbefugten Führens eines akademischen Grades sowie des Verstoßes gegen das Urheberrecht schuldig gemacht. Als Bewährungsauflage müsse er 2.000 Euro zahlen.

Der 36-Jährige hatte sich mit gefälschten Zeugnissen für einen Promotionsstudiengang beworben. Später war er mehrere Jahre lang als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. 2012 legte er eine Dissertation vor, die mit „summa cum laude“ bewertet wurde. Später stellte sich heraus, dass sie nahezu komplett aus zwei anderen Doktorarbeiten zusammenkopiert war.

Die Dissertation trug den Titel „Das Gewissen in politischen Kontexten – Politik des Gewissens als politische Ethik“. Tatsächlich war es mit der Ethik aber offenbar nicht sehr weit her: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte der 36-Jährige bei seiner Bewerbung an der Universität Göttingen ein gefälschtes Magisterabschlusszeugnis der Hochschule für Philosophie in München sowie die Kopie einer gefälschten Urkunde über eine Diplomprüfung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt/Main vorgelegt. Er bekam dann einen Job als wissenschaftlicher Assistent am Göttinger Institut für Politikwissenschaften, den er ohne diese angeblichen mit „Sehr gut“ bewerteten Abschlüsse nie bekommen hätte. Aufgrund dieser falschen Angaben habe er zu Unrecht als Mitarbeiter mehr als 10.000 Euro erhalten, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Andreas Buick.

Die zweite Straftat war die Doktorarbeit. Bis auf wenige Wörter sei die vorgelegte Arbeit mit den Inhalten von zwei anderen Dissertationen identisch, sagte Buick. Nachdem Uni-Mitarbeiter auf den Plagiatsfall aufmerksam geworden waren, entzog ihm die Sozialwissenschaftliche Fakultät im Juli 2015 den Doktorgrad. Die Untersuchungskommission der Universität Göttingen kam nach einer Überprüfung des Falls zu dem Ergebnis, dass der 36-Jährige in seiner Dissertation vorsätzlich plagiiert und damit ein schweres wissenschaftliches Fehlverhalten begangen habe. Der 36-Jährige hatte dann von sich aus seine Dissertationsurkunde der Universität zurückgeschickt. nie

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