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Göttingen Deutschlands Rolle im Welthandel
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00:17 04.02.2017
Trittin diskutierte mit dem Göttinger Wirtschaftswissenschaftler Prof. Stephan Klasen und Bettina Rudloff von der Stiftung Leben und Umwelt über „Armut und Profit. Quelle: Richter
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Göttingen

Trittin diskutierte mit dem Göttinger Wirtschaftswissenschaftler Prof. Stephan Klasen und Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) über „Armut und Profit. Deutschlands Rolle im Welthandel“. 300 Zuhörer folgten der Debatte, die die Hochschulgruppe Kritische Wirtschaftswissenschaften im Zentralen Hörsaalgebäude organisierte.

„Freihandel eröffnet Chancen auf Entwicklung“, betonte Klasen. Ohne den weltweiten Abbau von Zöllen für verarbeitete Güter hätte der Wohlstand in den asiatischen Staaten niemals so stark zugenommen, wie das in den vergangenen 50 Jahren geschehen sei. Die afrikanischen Staaten dagegen, denen Volkswirtschaften stark durch die Landwirtschaft geprägt seien, hätten vom Zollabbau kaum profitiert.

Rudloff stellte klar, dass die Welthandelsorganisation WTO Dumping, den Export verbilligter Produkte durch Firmen, untersage. Auch staatliche subventionierte Exporte seien seit 2015 verboten. Die These, wonach Industriestaaten mit verbilligten Agrarexporten afrikanische Bauern in den Ruin trieben, sei falsch. Dass die afrikanische Misere andere Gründe habe, zeige das Beispiel Nigeria. Ein Einfuhrverbot für Geflügel habe nicht zu einem Erstarken der nationalen Geflügelwirtschaft geführt.

Trittin bekannte sich zu offenen Märkten und einem „regelbasierten Handel“. Der neue amerikanische Präsident versuche die EU zu spalten, um dann mit jedem einzelnen Staat so umzuspringen, wie er das derzeit mit Mexiko mache. Sollte er die nordamerikanische Freihandelszone NAFTA aufkündigen, werde er damit die amerikanische Industrie schwächen. Unterm Strich profitierten die USA mehr von NAFTA als Mexiko.

Die drohenden Handelskriege eröffneten andererseits der EU die Chance, neue Allianzen etwa mit China einzugehen. Trittin warnte vor zunehmender sozialer Ungleichheit. Die Vermögenden müssten ihren Beitrag zum Steueraufkommen leisten. Das sichere Globalisierungsverlierern einen Anteil am Wohlstand.

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