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Poststelle für Fernleihen von 298 Bibliotheken

„Campus-Ansichten“ Poststelle für Fernleihen von 298 Bibliotheken

Die Tageblatt-Serie „Campus-Ansichten“ bietet Einblicke und Ausblicke, die die Universität und Forschungsinstitute in Göttingen von Seiten zeigen, die nur wenigen Menschen bekannt sind. Um die Poststelle dreht sich Folge 26.

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Mitarbeiter der Poststelle: Lars Ballhause, Werner Meyer, Zoran Grbavac und Hans-Günter Scholz (von links).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Sechs Tonnen Bücher bewegen die Mitarbeiter der Poststelle jeden Tag per Hand. Über die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek im zentral gelegenen Göttingen wickeln 298 Bibliotheken in Deutschland ihre Fernleihbestellungen ab.

Verpackt in blaue Kunststoff-Kisten trifft die Bücherfracht morgens gegen 8.30 Uhr an der Rampe hinter der Unibibliothek ein. Eine Zufahrt führt zu ihr hinunter ins zweite Tiefgeschoss. Dort unten haben die Lieferfahrzeuge der Firma DHL ausreichend Platz zum Manövrieren.

Sogar ein Baum wächst dort. Drei Kollegen schieben die Rollcontainer mit den Kisten in die Poststelle herein. Sie öffnen die Boxen, schauen, wohin die einzelnen Werke gehen sollen, und packen sie um.

„Bis 14.30 Uhr haben sie Zeit“, berichtet Harald Bachmann, der für die Poststelle verantwortliche Stabsstellenleiter Hausdienste und Logistik. Dann holt DHL die Fracht, 120 bis 180 Kisten täglich, wieder ab und stellt sie 86 Bibliotheken zwischen Flensburg und München zu.

Von dort erfolgt die Weiterverteilung. Der Leser erhält sein Buch so innerhalb von 24 Stunden. „Durch das Umpacken in Göttingen lassen sich Sendungen bündeln und so Kosten sparen“, erläutert Bachmann das Prinzip.

Daneben kümmert sich die Serviceeinrichtung, die im Januar 2014 durch Fusion der zuvor getrennten Poststellen von Universität und SUB entstand, um den Briefverkehr: 1500 bis 2000 Ein- und Ausgangssendungen am Tag. Zu Zeiten der Immatrikulation sind es doppelt so viele. Dann müssen Mitarbeiter aus anderen Abteilungen mithelfen.

„Beim Sortieren der Sendungen ist hohe Konzentration erforderlich, denn gerade bei Post von Ministerien und Ämtern sind häufig Fristen einzuhalten“, betont Bachmann. „Wir müssen finanzielle und rechtliche Nachteile für die Universität vermeiden“, stellt er klar.

Mühsam gestaltet sich der Umgang mit den täglich 20 bis 30 falsch oder unzureichend adressierten Sendungen. „Zwei bis drei Stunden sind wir jedes Mal mit entsprechenden Nachforschungen beschäftigt“, klagt der Leiter. Meistens seien sie erfolgreich. Nur selten ginge ein Brief mal zurück. Bachmann, der früher für ein Logistik-Unternehmen in Herzberg tätig war, wünscht sich ein uniweites, einheitliches Adressschema.

Drei Mitarbeiter holen ausgehende Post ab und stellen später eingehende Briefe zu. Mit ihren geleasten, roten Automatik-Lieferwagen bedienen sie 83 Stationen in der Stadt. An sie sind 300 Institute und Dienststellen angebunden.
Daneben wickelt die Poststelle morgens zwischen 7 und 9 Uhr Sonderfahrten ab.

180 bis 200 Stück sind das im Jahr. Mal müssen die Mitarbeiter Nachlässe abholen, mal vermacht ein Professor der Bibliothek seine Bücher, mal sind Wahlunterlagen, Dissertationen oder einige Umzugskartons mit Akten zu transportieren. Bei größeren Objekten, etwa Möbeln, hilft das Strukturelle Gebäudemanagement der Universität. Es besitzt Pritschenwagen. Ziehen ganze Bibliotheken um, greift Bachmann auf die Dienste externer Anbieter zurück

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