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Göttingen Prachtvolle, alte Schriften aus dem Orient
Campus Göttingen Prachtvolle, alte Schriften aus dem Orient
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00:17 21.07.2016
Jahrhundertealt sind die Handschriften aus dem Orient, die im Magazin der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek ruhen. Quelle: CRO
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Göttingen

Ehrfürchtig nimmt die Fachreferentin für Orientalistik, Susanne Al-Eryani, im Lesesaal des Altbaus an der Prinzenstraße eine prachtvolle Ausgabe des Korans zur Hand. Das großformatige Buch stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Es ist wahrscheinlich die erste der zahlreichen Handschriften, die von Asch ab 1771 nach Göttingen sandte.

Das Buch ist in Leder eingebunden und zum Schließen mit einer Klappe versehen. Vorsichtig öffnet Al-Eryani den Band. Die glatten Seiten fühlen sich wie Backpapier an. Gestochen scharf ist die Handschrift des Kopisten. An den breiten Rändern neben dem arabischen Text finden sich erklärende Notizen in osmanischem Türkisch. „Der Koran ist voller Metaphern, die nicht einfach zu verstehen sind“, sagt die Arabistin.

Die einzelnen Abschnitte des heiligen Buchs, die Suren, tragen Namen. „Die Kuh“ heißt eine, „Die Frauen“ eine andere. Der Kopist hat diese Namen mit goldenen, kunstvoll verschlungenen Buchstaben geschrieben. Aus der Sure „Das Licht“ trägt Al-Eryani einige Verse vor. Voller Melodie sind sie. Von Gott als Licht ist dort die Rede, übersetzt sie. „Diese Sure wird von den islamischen Mystikern, den Sufis, besonders geschätzt“, erklärt die Bibliotheksmitarbeiterin.

Mystisch geprägt sind einige der Bücher, die von Asch schickte, so die handlichen Gebetbücher für Soldaten des Osmanischen Reichs. Der Band „Goldene Halsbänder“ enthält Lobpreisungen auf den Propheten Mohammed. Doch auch ein arabisches Mathematikbuch aus dem 18. Jahrhundert findet sich unter den Schenkungen. Es behandelt die Arithmetik und Geometrie.

Herrliche Miniaturen enthält eine Prachtausgabe des persischen Nationalepos Schahname, das der Dichter Firdausi verfasst hat. Von Asch erhielt das Buch von einem deutschen Kaukasusreisenden, der in seinem Auftrag nach Büchern Ausschau hielt.

„Wir verfügen über 2900 orientalische Handschriften“, berichtet Johannes Mangei, der die Bereiche Spezialsammlungen und Bestandserhaltung leitet. Der Begriff Orient ist dabei weit gefasst. Er umfasst auch Werke aus Indien, Tibet und Zentralasien.

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