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Präsidentenwechsel: Gardt übernimmt

Akademie der Wissenschaften Präsidentenwechsel: Gardt übernimmt

 Andreas Gardt, neuer Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, hat von seinem Vorgänger Stefan Tangermann seine Ernennungsurkunde erhalten. In der Aula der Universität wurden am Freitag auch die Vizepräsidenten Hans-Joachim Fritz und Jens Peter Laut ernannt.

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Stefan Tangermann, Andreas Gardt, Jens Peter Laut und Hans-Joachim Fritz bei der Amtsübergabe in Göttingen.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Sein Nachfolger habe alle guten Eigenschaften für das Amt, betonte Tangermann. Gardt sei für die Akademie ein Trumpf. Zuvor hatte Tangermann die bedeutenden Präsidentenwahlen dieses Jahres erwähnt - für die Akademie und in den USA - und gemeint, "wir müssen nicht befürchten, dass ein Trump in unser kleines Oval Office einzieht".

Abweichung von der Tradition

Vor Vertretern der Landesregierung und anderer Akademien wies Tangermann darauf hin, dass bisher die Präsidenten der Akademie immer auch Professoren der Georgia Augusta waren. Mit Gardt, seit 2001 Professor für Germanistische Sprachwissenschaft und Sprachgeschichte an der Universität Kassel, ändere sich das. Aber der erste Präsident der Akademie, Albrecht von Haller (1708-1777), habe über 25 Jahre die Göttinger Akademie von Bern aus geleitet.

Gardt wird die Akademie mit den Göttingern Hans-Joachim Fritz und Jens Peter Laut leiten. Fritz, Professor für Molekulargenetik, übernimmt als erster Vizepräsident den Vorsitz der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Laut, Professor für Turkologie und Zentralasienkunde, den Vorsitz der Geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Klasse.

Neue Mitglieder

Die geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Klasse der Akademie der Wissenschaften hat die Göttinger Professoren Kilian Bizer (Wirtschaftswissenschaften), Arnd Reitemeier (Geschichte) und Frank Schorkopf (Jura) als ordentliche Mitglieder aufgenommen, als korrespondierende Mitglieder Beate Rössler (Geisteswissenschaften, Amsterdam) und Bernhard Stolte (Byzantinische Rechtsgeschichte, Haren/NL).

In der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse sind als ordentliche Mitglieder die Professoren Lutz Ackermann (Chemie), Eberhard Bodenschatz (Physik), Stefanie Dehnen (Chemie, Marburg), Stefan Dreizler (Astrophysik), Katharina Kohse-Höinghaus (Chemie, Bielefeld), Wolfgang Linke (Physiologie, Bochum), Thomas Schick (Mathematik) und Christoph F. Schmidt (Physik) aufgenommen worden, als korrespondierendes Mitglied ist Lusheng Huang (Agrarwissenschaften, Nanchang /China).

Die Akademie der Wissenschaften hat 400 Wissenschaftler als Mitglieder. Gegründet wurde sie im Jahr 1751.

In seiner Antrittsrede ging Gardt auf die Zukunftsstrategie der Akademie ein und die drei Standorte mit dem neuen Domizil in der Geiststraße. Die Vorgänger Tangermann, Kurt Schönhammer und Thomas Kaufmann, so Gardt, haben sich "in hohem Maße für die Akademie eingesetzt, sie mit Kompetenz und Stil geleitet. Die Akademie dankt ihnen dafür sehr."

Sprache gliedert die Wirklichkeit

"Die Deutschen und ihre Sprache" lautete dann das Thema von Gardt. Aber es sei eben nicht die eine Sprache. Deutsch werde unterschiedlich gesprochen und habe jenseits der Staatsgrenzen in Österreich und der Schweiz wieder andere Rollen bei der Entwicklung von Identität. Dieses sei ein Charakteristika von Sprache.

Dass Grammatiken und Wörterbücher der deutschen Sprache im 16. Jahrhundert entstanden und die Akademien zahlreiche Wörterbuchprojekte haben, sei erklärbar: "Wer den Wortschatz einer Gesellschaft kennt, erfährt unheimlich viel über sie." Sprache gliedere die Wirklichkeit, sei die das Denken prägende Kraft.

Dadurch sei Sprache identitätsstiftend. Und ebenso habe der oftmals beklagte Wandel der Sprache auch Wirkung auf die Identität. Hinsichtlich der deutschen Sprache meinte Gardt abschließend, "wir brauchen sie zum Überleben mehr als sie uns. Sie hat ja noch die Schweizer und Österreicher."

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