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Praktikanten erschließen Altbestände

„Ab in den Keller“ Praktikanten erschließen Altbestände

Neun Studierende haben haben ein vierwöchiges Praktikum in den Sammlungen der Universität Göttingen absolviert. Als übergeordnete Institution bietet die Zentrale Kustodie das Programm unter dem Titel "Depots des Wissens" in diesem Jahr zum ersten Mal an. Im Vordergrund stand die Inventarisierung.

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Kustos Dr. Michael Kraus führt die Praktikanten in die Geheimnisse der Ethnologischen Sammlung ein.

Quelle: Wenzel

Göttingen. „Motten Gefahr!“ steht in großen schwarzen Buchstaben auf einem der zahllosen Kartons. 18.000 Objekte besitzt die Ethnologische Sammlung, ein Teil davon lagert in sieben Räumen im Kellergeschoss. Nicole Zornhagen, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Ethnologie hat den Praktikanten einen Einblick ins Magazin und in den Prozess der sogenannten „Vereinnahmung“, wenn ein neues Objekt in den Bestand kommt gegeben. In sechs verschiedenen Sammlungen haben die Studierenden selbst ausgewählte Stücke inventarisiert und in die Datenbank eingegeben.

Die Bestände in den Kellern und auf den Dachböden der Universität sind teilweise kaum erschlossen. Seit den 1930er-Jahren lagen die 8.000 Wirkstoffproben der Pharmakognosie in Kisten verstaut, teilweise mit den Original-Etiketten, bis sie 1996 durch Zufall wiederentdeckt wurden.

Bei den Masken, Werkzeugen und Kleidungsstücken in der Ethnologischen Sammlung werden nicht nur Daten wie die Bezeichnung, ethnische Herkunft und Größe erfasst, sondern auch der Weg dokumentiert, den das Objekt von seinem Fund bis in die Bestände des Instituts genommen hat. Auch die Aufzeichnungen früherer Besitzer und Aussteller werden archiviert. „Die Objekte sagen uns natürlich auch selbst schon etwas“, erklärte Zornhagen. Am Beispiel mehrerer Paare von Mokassins aus Nordamerika zeigte ihr Kollege Jens Matuschek, wie die Verarbeitung des Hirschleders, das Nähmaterial und Farben und Muster der Perlenverzierung Aufschluss über den Irokesenstamm geben, von dem sie gefertigt wurden.

Im Vordergrund stand für die Praktikanten das Sammeln von Objektdaten und die Arbeit mit der institutsübergreifenden Datenbank „Kuniweb“. Auch die Internetseiten der Sammlungen sollten überarbeitet oder überhaupt erst erstellt werden. Dazu absolvierten die Teilnehmer unter anderem einen Workshop zur Öffentlichkeitsarbeit. Ziel war es, die ungenutzten Bestände für Öffentlichkeit und Forschung zugänglich zu machen. Außerdem wurden die Studierenden für die Arbeit als Hilfskräfte in den Sammlungen qualifiziert.

Von Jana Probst

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