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Preis der „Protein Society“ für Göttinger Max-Planck-Forscherin Marina Rodnina

Dynamik des Ribosoms Preis der „Protein Society“ für Göttinger Max-Planck-Forscherin Marina Rodnina

Grundlegende Erkenntnisse über die Funktion und Evolution des Ribosoms stammen von Prof. Marina Rodnina. Dafür wird die Direktorin am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie im Juli in Barcelona den „Hans Neurath Preis 2015“ erhalten.

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Irina Rodnina

Quelle: Uni Göttingen

Göttingen. Mit der mit 15   000 US-Dollar dotierten Auszeichnung würdigt die „Protein Society“ die bahnbrechenden wissenschaftlichen Leistungen von Rodnina (54) auf dem Gebiet der Ribosomenforschung. Die Biologin habe dazu beigetragen, die hohe Präzision bei der Proteinherstellung zu verstehen. Sie konnte zentrale Prinzipien der Funktionsweise der Ribosomen aus Bakterien aufklären und grundlegende Erkenntnisse über die Evolution des Ribosoms gewinnen.

Schlüssel zu ihrem Erfolg sei ein außergewöhnlich umfassender biochemischer Ansatz, kombiniert mit quantitativen biophysikalischen und strukturellen Methoden, der für die Forschung an einer solch hochkomplexen molekularen Maschine einzigartig sei.

Die Proteinbiosynthese in der Zelle ist einer der grundlegenden Prozesse des Lebens. Als „molekulare Arbeiter“ sind Proteine an praktisch allen zellulären Vorgängen beteiligt. In jeder Zelle gibt es viele Tausende Ribosomen. Mit einem Durchmesser von 20 bis 30 Nanometern (millionstel Millimeter) sind diese molekularen Maschinen winzig. Ihre Funktionsweise lässt sich daher nur mit großem Aufwand untersuchen.

„Uns interessiert ganz besonders die strukturelle Dynamik des Ribosoms"

Rodnina und ihr Team nutzen dazu verschiedene biophysikalische Methoden wie Fluoreszenzmessungen und schnelle kinetische Techniken. Ihre Abteilung setzt weltweit Maßstäbe darin, diese komplexen Methoden für die Ribosomenforschung weiterzuentwickeln und anzuwenden.

„Uns interessiert ganz besonders die strukturelle Dynamik des Ribosoms. Während es Proteine herstellt, wandelt es beständig seine Form. Wir wollen diese Veränderungen sichtbar machen, um sie besser zu verstehen“, erzählt die Max-Planck-Forscherin.

Darüber hinaus untersucht sie mit ihrem Team „absichtliche“ Fehler des Ribosoms: Gelegentlich muss die molekulare Maschine einen scheinbaren Fehler machen, um ungewöhnliche Aminosäuren in ein Protein einzubauen. Rodnina möchte verstehen, welche molekularen Mechanismen diese Ausnahmen von der Regel steuern. Für die nächsten Jahre hat sich die Wissenschaftlerin vorgenommen, „die Proteinproduktion in humanen Zellen zu untersuchen – ein System, das noch sehr viel komplexer ist“.

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