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Preis für Erforschung von Muskelschwund

Verleihung an UMG-Team Preis für Erforschung von Muskelschwund

Die Muskelerkrankung „Dysferlinopathie“ erforscht ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Göttingen. Die Arbeitsgruppe um Prof. Ekkehard Wilichowski hat für die Prüfung und Weiterentwicklung eines Therapieansatzes den Eva Luise Köhler-Forschungspreis in Berlin erhalten.

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Eva Luise Köhler Forschungspreis 2016: Preisverleihung mit Bundespräsident Gauck (3. von rechts) an die  UMG-Forscher Gärtner, Wilichowski, Bersch, Thoms, Hofhuis und Klinge (von links).

Quelle: Köhler-Stiftung

Göttingen. Muskeldystrophien und auch andere angeborenen Muskelerkrankungen gehen mit einer zunehmenden Schwäche der Skelettmuskulatur einher und führen somit zu einer Beeinträchtigung der Muskelfunktion. Viele der Betroffenen sind früh auf den Rollstuhl angewiesen, ihre Lebenserwartung ist erheblich eingeschränkt, weil durch den Muskelschwund die Atemmuskulatur oder auch der Herzmuskel mit betroffen sein kann.

Die Erforschung dieser und andere Seltener Erkrankungen unterstützt der Eva Luise Köhler-Forschungspreis. Den mit 50000 Euro dotierten Preis nahm das Göttinger Team in Berlin entgegen von Eva Luise Köhler. Sie und ihr Ehemann, der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler, haben vor zehn Jahren eine Stiftung gegründet.

„Durch solch mutige Forscher erfahren Menschen mit seltenen Erkrankungen Hoffnung. Von Muskeldystrophien ist in Deutschland nur jeder 10000ste Mensch betroffen. Doch hinter dieser seltenen Häufigkeit stehen viele Einzelschicksale und Leidensgeschichten derjenigen, die, abseits großer Fallzahlen, nach Heilung oder wenigstens Linderung einer seltenen Krankheit suchen. Deshalb dürfen wir bei dieser Forschung nicht nachlassen“, sagte Köhler bei der Verleihung des Preises an Prof. Ekkehard Wilichowski, Dr. Lars Klinge, Dr. Sven Thoms, Dr. Julia Hofhuis und Doktorandin Kristina Bersch.

In ihrer Laudatio auf die Forschergruppe der Universitätsmedizin Göttingen sagte Prof. Annette Grüters-Kieslich, Stiftungsvorstand der Eva Luise und Horst Köhler-Stiftung und Direktorin an der Charité‐Universitätsmedizin Berlin: „Tragfähige demokratische Zivilgesellschaften zeichnen sich dadurch aus, dass niemand ausgegrenzt und benachteiligt wird. Daher müssen die Menschen mit seltenen Erkrankungen in unserem Land wissen, dass alles getan wird, um das Recht auf Gesundheit auch für sie nach allen Möglichkeiten umzusetzen.“

 Prof. Jutta Gärtner, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, verwies darauf, dass die Universitätskinderklinik in Göttingen sich auf die Erforschung seltener neurologischer Krankheitsbilder bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert habe. "Der Preis stärkt unsere Arbeit für die bereits in einem sehr jungen Lebensalter betroffenen Patienten und ihre Familien und bestätigt unsere Expertise“, erklärte Gärtner.

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