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Preis für Glia- und Axon-Forschung

Auszeichnung des EU-Forschungsrates Preis für Glia- und Axon-Forschung

Zur Erforschung des Nervensystems hat der Göttinger Wissenschaftler Prof. Klaus-Armin Nave einen „ERC Advanced Investigators Grant“ der Europäischen Kommission erhalten. Die Auszeichnung ist mit 2,48 Millionen Euro dotiert und wird für ein Projekt zur Erforschung der Interaktion von Neuronen und Gliazellen im Nervensystem eingesetzt.

Auf seinem Arbeitsgebiet, der Neurogenetik, erforscht Nave, Direktor der Abteilung Neurogenetik am Göttinger Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin, die Entwicklung des Nervensystems, sowie die Pathomechanismen neurodegenerativer Erkrankungen. Hochspezialisierte Gliazellen umhüllen die neuronalen Zellfortsätze (Axone) und ermöglichen so die schnelle Weiterleitung elektrischer Impulse. Gliazellen sind aber auch für das langfristige Überleben der Axone notwendig.

„Wir wollen die Wechselwirkungen von Nerven- und Gliazellen aufzuspüren, um neurologische und psychiatrische Krankheitsbilder des Menschen, bei denen Defekte in Gliazellen zum Verlust von motorischen oder kognitiven Fähigkeiten beitragen, besser zu verstehen“, erklärt Biologe Nave, der 1999 von der Heidelberger Universität, wo er Professor für Molekularbiologie war, nach Göttingen kam. Naves ausgezeichnetes Projekt der Grundlagenforschung mit dem Titel „Axo-Glia“ habe das Potential, neue Therapien für Erkrankungen wie beispielsweise Multiple Sklerose zu entwickeln, erläutert Dr. Joachim Bormann, Leiter des EU-Regionalbüros Niedersachsen der Max-Planck-Gesellschaft.
Die Preise des Europäischen Forschungsrats werden jährlich an ausgewählte Forscher verliehen, die in den vergangenen zehn Jahren ihrer Karriere bedeutende Forschungsergebnisse erarbeitet haben. Für die dritte Ausschreibungsrunde wurden 2000 Anträge gestellt, wovon das Budget der Fördermittel in Höhe von 590 Millionen Euro für bis zu 300 Forschungsprojekte vorgesehen ist. Neben Nave erhielt auch Prof. Steven Vertovec, Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften, für sein Forschungskonzept einen „ERC Advanced Investigators Grant (Tageblatt berichtete).

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