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Göttingen Preis für Göttinger Herzforscher
Campus Göttingen Preis für Göttinger Herzforscher
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00:17 06.01.2017
Von Peter Krüger-Lenz
Dr. Karl Toischer befasst sich mit den Ursachen von Herzschwäche.    Quelle: R
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Göttingen

Im Mittelpunkt des Projektes steht eine Störung der für die Kontraktion des Herzmuskels wichtigen Kalziumversorgung. Diese Störung wird durch ein Leck eines zellinternen Kalziumspeichers hervorgerufen. „Kalzium ist im Herzen von zentraler Bedeutung, da es die Kontraktion kontrolliert, aber auch einen Einfluss auf die elektrischen Ströme im Herzen und somit auf Rhythmusstörungen hat“, erläutert Toischer.

Dieses sogenannte SR-Leck und seine Folgen werden in der Forschung schon seit Langem diskutiert. Seine Bedeutung für den Verlauf der Herzschwäche und das Auftreten gefährlicher Rhythmusstörungen ist bislang jedoch nicht geklärt. Die Arbeitsgruppe um den UMG-Kardiologen untersuchte die Effekte, die eine Hemmung des SR-Lecks auf die Herzschwäche sowie auf die Herzrhythmusstörungen haben kann. Im Mausmodell konnte das Göttinger Forscherteam nun zeigen, dass die dauerhafte Verabreichung des neuen, spezifischen Inhibitors S36 den Kaliziumverlust in den Herzzellen mindert und damit einen Rückgang von Herzrhythmusstörungen in den Herzkammern bewirkt. S36 könnte somit als antiarrhythmisches Medikament von klinischem Nutzen sein und die Überlebenschance deutlich verbessern.

„Die inzwischen viermalige Auszeichnung von Göttinger Herzforschern mit dem renommierten Forschungspreis ehrt und unterstreicht die wissenschaftliche Expertise an unserem Standort“, sagt Prof. Gerd Hasenfuß, Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie und Vorsitzender des Herzzentrums Göttingen, der den Preis im Beisein der Stifterin Lieselotte Becht stellvertretend für Toischer entgegennahm.

In Deutschland werden jährlich mehr als 386 000 Patienten mit Herzschwäche in eine Klinik eingewiesen. Mehr als 45 000 Menschen sterben jedes Jahr an der Erkrankung. Das Herz funktioniert wie eine Pumpe, deren Arbeitsphasen in eine Füllungsphase (Diastole) und eine Auswurfphase (Systole) unterschieden werden. Etwa die Hälfte aller Fälle von Herzschwäche beruht auf Störungen der Diastole.           

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