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Primatenzentrum in Göttingen eröffnet neues Multifunktionsgebäude

Festakt Primatenzentrum in Göttingen eröffnet neues Multifunktionsgebäude

Einen Panoramablick auf Göttingen haben die Rhesusaffen, die durch das Gitter ihrer Käfige im zweiten Stock des neuen Bildgebungszentrums auf die Stadt schauen. Am Montag eröffnete das Deutsche Primatenzentrum (DPZ) das zwölf Millionen Euro teure, von Bund und Land finanzierte Gebäude. Zur Feier reisten unter anderem Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, an.

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Quelle: Michael Moser

Göttingen. In Betrieb nahm die Forschungseinrichtung auch das neue Multifunktionsgebäude, das weitere 10,5 Millionen Euro gekostet hat. Diesen Betrag finanzierte das Zentrum durch Lizenzeinnahmen selbst: DPZ-Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass sich mit Hilfe virusähnlicher Partikel RNA-Moleküle in Zellen einschleusen lassen. Mit ihnen können bestimmte Gene an- oder ausgeschaltet werden.

„Der Technologietransfer gelingt Ihnen exzellent. Machen Sie weiter so“, ermunterte der Ministerpräsident den Direktor des Primatenzentrums, Prof. Stefan Treue. Diese „Art der Drittmittelakquise“ könne er anderen Wissenschaftlern nur empfehlen, so Weil. Staatssekretär Schütte lobte das Land, weil es dem Zentrum nun nicht an anderer Stelle Förderungen streiche. Der „notwendige Transfer von Ideen“ müsse der Wissenschaft auch honoriert werden, erklärte er.
„Das 4200 Quadratmeter große Multifunktionsgebäude spiegelt unsere dynamische Entwicklung“, führte Direktor Treue aus. Der neue Hörsaal mit 246 Sitzplätzen war zur Eröffnungsfeier voll besetzt. Auf der Bühne hatten sogar noch 40 Musiker des Göttinger Symphonie-Orchesters Platz. Der Hörsaal ermöglicht dem Zentrum die Ausrichtung ganztägiger Kongresse. In das Gebäude ziehen die Geschäftsführung, die Verwaltung und Stabsstellen ein. Im zweiten Obergeschoss kommen zwei Forschergruppen unter.

Mit dem Bau des 2350 Quadratmeter großen Bildgebungszentrums, dessen Herzstück zwei Magnetresonanztomografen sind, kommt das Primatenzentrum einer Empfehlung aus der letzten Evaluation der Einrichtung nach, sagte Treue. Mit den Geräten lassen sich die gesamten Gehirne von Affen in den Blick nehmen, wenn diese an Computerbildschirmen Aufgaben lösen. Das lernen die 60 Tiere bereits in ihren Käfigen. Innerhalb von drei bis vier Stunden am Tag arbeiten sie bis zu 700 Aufgaben ab. Bei den Untersuchungen sitzen die Tiere auf Plexiglasstühlen. Der Kopf wird fixiert. Ergänzend führen Wissenschaftler sogenannte elektrophysiologische Ableitungen durch, für die den Affen zum Teil Implantate eingepflanzt werden.

Alle Redner lobten den „exzellenten Ruf“ (Weil), den das DPZ beim Tierschutz genieße. Staatssekretär Schütte nannte das Zentrum ein Best-Practice-Beispiel für einen intensiven Dialog mit der Öffentlichkeit. Der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Matthias Kleiner, verwies darauf, dass Treue die Politik im Zusammenhang mit der neuen Tierschutzrichtlinie der Europäischen Union berate.

Das Bildgebungszentrum dürfen auch andere wissenschaftliche Einrichtungen des Göttingen Campus nutzen. Von einem „sichtbaren Zeichen der Zusammenarbeit“ sprach Prof. Norbert Lossau, der für Infrastruktur zuständige Vizepräsident der Göttinger Universität.

Von Michael Caspar

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