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Professor Peter Gruss hält Universitätsrede in Göttingen

Zucker in der Träne Professor Peter Gruss hält Universitätsrede in Göttingen

Die Göttinger Universitätsrede reiht sich in eine lange Tradition ein. Sie soll auf den Zusammenhang von Wissen und Gewissen verweisen. So wie es schon die Göttinger Sieben, die 1837 gegen die Aufhebung des hannoverschen Staatsgrundgesetzes stritten, oder 1957 die Göttinger 18, welche gegen jede deutsche Beteiligung an Bau und Nutzung von Atomwaffen protestierten, getan haben.

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Spricht auch über neue Technik in der Medizin: Prof. Peter Gruss.

Quelle: Pförtner

Göttingen. In diesem Jahr sprach Prof. Peter Gruss bei der Univsersitätsrede in der gut besuchten Aula der Universität zum Thema „Der Wert der Forschung für unsere Gesellschaft“.

Der ehemalige Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zeigt ein Smartphone und sagt, wie „einfach und trivial“ das Gerät im Alltag doch geworden sei. Dabei seien darin „Ideen verpackt, von denen wir uns heute keine Vorstellungen mehr machen“, sagt Gruss. Wissenschaftler reichten schon vor Jahren die ersten Patente für die Technik ein.

Innerhalb der „geschlossenen Community“ der Wissenschaft gab es Erkenntnisse, die wichtig für weitere Forschung gewesen seien, sagt Gruss und nennt Göttinger Beispiele. Unter anderem die Quantenmechanik, zu der Prof. Max Born (1882-1970) grundlegende Beiträge beisteuerte und dafür 1954 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde.

Oder der jüngste Göttinger Nobelpreisträger Stefan Hell, der am 10. Dezember mit dem Preis für seine Forschung zur Sted-Mikroskopie geehrt wird. Wissenschaft werde aber nicht nur für die Wissenschaften betrieben. Forschung sei zwar wichtig, um mit neuen Erkenntnissen neue Forschung zu betreiben.

„Mutation in sich trägt, die zu einem frühen Tod führt?“

Aber innerhalb des Feldes werden auch kommende Generationen ausgebildet, die anschließend in viele Bereiche der Gesellschaft strömen werden. Gruss spricht von einer gegenseitigen Beeinflussung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft in der Gesellschaft. Forschung könne Lösungsstrategien für politische und gesellschaftliche Herausforderungen bieten. Außerdem diene sie als „Basis für wirtschaftliche Produkte und Prozesse“.

Medizin sei ein Beispiel, meint der ehemalige Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen. Mit dem Beitrag der Wissenschaft sei es gelungen, die Häufigkeit von Infektionskrankheiten „in vielen Bereichen einzudämmen“. So könne die Weltbevölkerung durchschnittlich älter werden.

Nicht nur die Behandlung von Altersleiden, sondern vor allem chronische Krankheiten wie Diabetes oder Herz- Kreislauferkrankungen verursachen aber enorme Kosten, sagt Gruss. Dabei treten die chronischen Krankheiten sowohl in hoch technisierten Ländern als auch in Ländern wie Indien auf.

Gruss spricht von einem Wandel des Gesundheitssystems durch die Forschung. So sei es bereits möglich Kontaktlinsen herzustellen, die den Blutzuckergehalt in der Tränenflüssigkeit messen. Ethische Fragen entstünden bei neuen Untersuchungsmethoden, die ungefilterte Informationen für die Patienten bieten. Wer sollte beispielsweise wissen, dass das ungeborene Kind eine „Mutation in sich trägt, die zu einem frühen Tod führt?“, fragt Gruss.

Von Friedrich Schmidt

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