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Pionier der Chaostheorie

Theo Geisel Pionier der Chaostheorie

Theo Geisel, Direktor des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation und Professor für Theoretische Physik an der Uni Göttingen ist nach 20 Jahren Tätigkeit in Göttingen emeritiert worden. Am Montag, 21. November, hält er ab 16.30 Uhr seine letzte Vorlesung.

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Theo Geisel

Quelle: r

Göttingen. Zahlreiche ehemalige Mitarbeiter waren aus vielen Teilen der Welt angereist. Sie kamen aus den USA, Mexiko und Frankreich zur Emeritierung Geisels. „Ich gebe nur den Anlass“, sagte Geisel, „wir sollten die bemerkenswerten Errungenschaften der Abteilung für Nichtlineare Dynamik feiern.“ Bereits in den 80er-Jahren war Geisel einer der Pioniere der Nichtlinearen Dynamik, im allgemeinen Sprachgebrauch auch Chaostheorie genannt. „Wäre ich davon nicht so fasziniert gewesen, hätte ich vielleicht die Physik aufgegeben und wäre Musiker geworden“, erklärte der Wissenschaftler.

Mehrfach wurde Geisel ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis (1994) und dem Gentner-Kastler-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Société Francaise de Physique (2009). Seit 2008 ist er Fellow der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft, seit 2013 Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Im Laufe seiner Karriere hat sich Geisel den verschiedensten wissenschaftlichen Fragestellungen gewidmet, beispielsweise der Funktion biologischer neuronaler Netze, der Ausbreitung von Seuchen oder der Fokussierung von Tsunamis.

Künftig wird er sich mit einer Emeritusgruppe zur Nichtlinearen Dynamik weiterhin aktuellen Forschungsthemen am Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation widmen.

In den frühen 80ern führte Geisel bei der Untersuchung chaotischer Systeme als erster ein mathematisches Modell für so genannte „Lévy Random Walks“ ein, eine besondere Form von Zufallsbewegungen. Mit dieser Arbeit gab er den Startschuss für eine Forschungsrichtung, die „Lévy Random Walks“ in verschiedene Disziplinen der Physik, Biologie, Klimaforschung und der Finanzmathematik eingebracht hat. Besondere Früchte trug die Arbeit im Jahre 2006, als es Geisel zusammen mit Dirk Brockmann und Lars Hufnagel gelang, das Reiseverhalten der Menschen zu analysieren. Sie haben damit einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Ausbreitung von Epidemien mathematisch zu modellieren und vorherzusagen.

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