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Professorin für Entwicklungspsychologie forscht am Göttinger Primatenzentrum

Soziale Beziehungen bei Affen Professorin für Entwicklungspsychologie forscht am Göttinger Primatenzentrum

Alexandra M. Freund, Professorin für Entwicklungspsychologie an der Universität Zürich und Humboldt-Preisträgerin, wird ab dem 28. September am Deutschen Primatenzentrum forschen. Dazu wird sie das Institut über den Zeitraum eines Jahres regelmäßig zu mehrwöchigen Forschungsaufenthalten besuchen.

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A. Freund

Quelle: ef

Göttingen.  Für den Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung wurde die Wissenschaftlerin im April dieses Jahres ausgewählt. Neben dem Preisgeld von 60 000 Euro ermöglicht die Auszeichnung ausländischen Wissenschaftlern, ein Forschungsvorhaben ihrer Wahl mit deutschen Fachkollegen durchzuführen. In der Abteilung Kognitive Ethologie des DPZ will Freund nun gemeinsam mit der Verhaltensforscherin Julia Fischer die altersabhängige Ausprägung sozialer Beziehungen bei Affen untersuchen. Dazu gehört vor allem die Motivation der Tiere, während ihrer Entwicklung Ressourcen zu maximieren oder Verluste zu minimieren.

Freund beschäftigt sich mit Entwicklungsprozessen im Erwachsenenalter. Im Zentrum ihrer Forschung steht die Theorie, dass Menschen ihre Entwicklung aktiv durch die Auswahl und das Verfolgen von Zielen beeinflussen. Von kurzfristigen Vorhaben, wie beispielsweise eine wichtige Prüfung zu bestehen, bis hin zu langfristigen Planungen, wie dem Erwerb eines Eigenheims oder der Familiengründung, beeinflussen Ziele die menschliche Entwicklung. Sie organisieren das Verhalten über die Zeit und Situationen hinweg und geben unserem Leben damit eine Richtung und Bedeutung.

„Welche persönlichen Ziele man sich im Leben setzt und wie man sie verfolgt, ist abhängig von den zur Verfügung stehenden Ressourcen, die sich mit dem Alter verändern“, erklärt Freund. „Dabei spielen vor allem zeitliche und gesundheitliche Komponenten eine Rolle. Menschen mit Anfang 20 sind körperlich leistungsfähiger, weniger ausgelastet und haben eine andere Zeitperspektive als ältere Menschen und daher andere Zielvorstellungen.“

Die primäre Orientierung der Ziele ändert sich also ressourcen- und damit altersabhängig von einer Gewinnmaximierung (junge Menschen) über die Aufrechterhaltung des bereits Erreichten (Menschen mittleren Alters) bis hin zur bloßen Vermeidung von Verlusten (alte Menschen). Damit einher geht häufig eine stärkere Fokussierung älterer Menschen auf ihre sozialen Bindungen, die bei jüngeren Menschen im Hinblick auf das Erreichen von Zielen eine eher untergeordnete Rolle spielen.

eb

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