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Göttingen Plattenteller statt Hörsaalpult
Campus Göttingen Plattenteller statt Hörsaalpult
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12:15 19.05.2017
Im Amavi während Profs@Turntables Quelle: AIB
Göttingen

Dröhnender Bass dringt aus den Lautsprechern, die Tanzflächen der Göttinger Clubs sind voll. Die Übergänge zwischen den Songs sind ein paar Millisekunden zu lang. Am Donnerstagabend legen keine routinierten DJs die neusten Charthits auf, sondern die Professoren der Göttinger Universität, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Kunst und der Privaten Hochschule. Die sechs Clubs Savoy, Tangente, Alpenmax, Eins B, Freihafen und das Amavi Wild beherbergen an diesem Abend die verschiedensten Fachrichtungen und lassen die Dozenten an die Plattenteller. „Wir wollten Wohltätigkeit und Partyspaß zusammenbringen“, erklärt Nora Fuchs-Wissemann, die Vorsitzende des Leo Clubs, der gemeinsam mit Rotaract die Fete organisiert hat. Die fünf Euro Eintritt, die die Studierenden zahlen müssen, werden komplett an gemeinnützige Organisationen aus Göttingen und Umgebung gespendet.

Wie in den vergangenen Jahren ist Profs@Turntables ein Erfolg bei den Studierenden. Caroline ist ins Eins B gekommen. Sie studiert Agrarwissenschaften im Master an der Universität Göttingen und sagt: „Ich bin gespannt, was die Profs für einen Musikgeschmack haben. Man kennt sie ja sonst eher trocken aus den Vorlesungen.“ Vielseitig ist der Musikgeschmack der Professoren auf jeden Fall. Im Amavi zeigt Professor Gerald Spindler Gespür für Rock-Klassiker wie „Highway to Hell“ oder auch „Jailhouse Rock“. Rock’n’ Roll gibt’s beispielsweise auch bei Agrar-Professor Stephan von Cramon-Taubadel im Eins B, auf der Tanzfläche vor dem DJ-Pult wird der Twist getanzt.
Die Sozialwissenschaftler in der Tangente haben ebenso Lust zu feiern. Zu Irie Revoltés Song Travailler füllt sich schnell die Tanzfläche. Dennoch geht es auch entspannter: Im Raucherraum sorgen Billiard, Tischkicker und Mario Kart für die Unterhaltung der Tanzmuffel. Die hören ihre Dozenten auch von hier. 35 Profs unterhalten ihre Studierenden – bevor sie in den nächsten Tagen wieder im Hörsaal stehen und dort um Gehör bitten. Vielleicht sorgt künftig eine kleine Musikeinlage der Neu-DJs für lockere Stimmung in der Vorlesung.

Von Natascha Holstein

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