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Programme der Unis für Flüchtlinge

Vorbereitung aufs Studium Programme der Unis für Flüchtlinge

Die niedersächsischen Hochschulen verzeichnen ein steigendes Interesse von Flüchtlingen an einem Studium. In den Beratungsstellen melden sich vor allem junge Männer, die bereits in ihrer Heimat studiert und teilweise schon einen Abschluss gemacht haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Bevor die Menschen allerdings ein reguläres Studium aufnehmen können, vergehe oft viel Zeit, sagte die Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle für Studieninformation und -beratung in Niedersachsen, Elke Mittag. Voraussetzung seien sehr gute Deutschkenntnisse. Viele Hochschulen bieten daher spezielle Sprachkurse an.

Steigendes Interesse in Göttingen

An Niedersachsens größter Universität in Göttingen sind aktuell über 40 Geflüchtete als Gasthörer eingeschrieben. Die Registrierung sei noch nicht abgeschlossen, sagte Unisprecher Romas Bielke. Die Hochschule beobachtet ein steigendes Interesse.

Die zum Sommersemester neu eingerichteten studienvorbereitenden Sprachkurse haben etwa 30 Teilnehmer. Von einem vom Land geförderten Projekt für Flüchtlinge mit Lehramtsstudenten profitierten in Göttingen etwa 500 Schutzsuchende.

An der Leibniz-Universität Hannover sind mehr als 30 Flüchtlinge als Gasthörer eingeschrieben, die meisten machen parallel einen Sprachkurs. Darunter seien ein ausgebildeter Parasitologe aus Syrien sowie angehende Ingenieure, sagte der Leiter des Gasthörerstudiums, Thomas Bertram.

Praktika in der Region

An der Hochschule Emden/Leer werden mittlerweile 60 Flüchtlinge im Rahmen einer Ergänzungshörerschaft intensiv betreut. "Wir hatten weit über 100 Anfragen", sagte Birte Engelberts. Das Projekt ist in der Region vernetzt, so dass auch Praktika bei Unternehmen vermittelt werden können. "Fünf aus der ersten Gruppe können sich sogar im Herbst schon regulär einschreiben", berichtete die Sozialpädagogin.

Auch in Osnabrück gibt es bereits zahlreiche Kurse und Programme an Hochschule und Universität. An der Uni sind 52 Geflüchtete für ein spezielles Sprachlernprogramm angemeldet. Vergangene Woche erhielten sie für ein halbes Jahr eine kostenlose Lizenz für ein Online- Sprachlernportal.

Die Hochschule zählt sogar 52 Flüchtlinge als Gasthörer. Im kommenden Wintersemester sollen zudem 60 Asylsuchende mit einem Intensivprogramm zur Studienvorbereitung starten. Dies wird vom Deutschen Akademischen Auslandsdienst (DAAD) unterstützt.

Angebot setzt bei Sprache an

Bundesweit stammt inzwischen jeder neunte Studierende aus dem Ausland, Tendenz steigend. In Niedersachsen lag der Anteil im letzten Wintersemester bei 9,6 Prozent. Im Herbst 2013 hatten Niedersachsens Hochschulen angekündigt, internationaler werden zu wollen. Sie strebten damals wegen der sinkenden Schülerzahlen eine Ausländerquote von 10 bis 20 Prozent an.

Künftig könnten auch Schutzsuchende aus Syrien, Irak und Eritrea zum in Deutschland benötigten Forscher- und Fachkräftenachwuchs zählen. Die größte Hürde ist dabei die deutsche Sprache. "Hier setzt unser Angebot für Flüchtlinge an", sagte die Leiterin des International Office der TU Braunschweig, Astrid Sebastian. "Leider können wir im Moment nur einen Deutsch-Intensivkurs für 25 Personen anbieten, arbeiten aber daran, dieses Angebot zu erweitern." lni

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