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Prüfung für ein Rhetorikzertifikat

Öffentlicher Redewettstreit Prüfung für ein Rhetorikzertifikat

Die zentrale Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) der Universität Göttingen vergibt Rhetorikzertifikate. Teil der Abschlussprüfung ist ein öffentlicher Redewettstreit, den kürzlich sieben Teilnehmer bestritten. 

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Konzentriertes Publikum im Hörsaal AP 26

Quelle: Peter Heller

Eloquent reden zu können ist eine Kunst für sich. Wenn man es gut beherrscht, kann die Redekunst beruflich, wie privat Vorteile verschaffen. Kein Wunder also, dass an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) der Universität Göttingen Rhetorikzertifikate vergeben werden, die Fächerübergreifend erworben werden können. Im Rahmen der Prüfungen zu diesen, wurde am Freitag ein öffentlicher Redewettstreit abgehalten. Sieben Frauen und Männer stellten sich der Herausforderung, das Publikum für sich zu gewinnen. In zehnminütigen Meinungsreden sollten die Fähigkeiten der Studierenden unter Beweis gestellt werden, die sie in drei Semestern bei Anna Jöster und Gudrun Stockmann erlernt haben. Die Themen waren frei wählbar, daher gab es auch ein breites Spektrum in den Inhalten der Reden. 

Den Anfang machte Tobias Rusteberg und hielt gleich eine flammende Rede über Jürgen Klinsmann und weshalb seine Zeit bei Bayern München abgelaufen ist, was wohl auch die Vereinsbosse mitbekommen haben. Klinsmann wurde am Montag entlassen. Dabei sprach Rusteberg, der Deutsch und Französisch auf Lehramt studiert hat, flüssig und gut verständlich und wusste durch gut platzierte Witze zu überzeugen. Ihm wurde von den rund 35 Besuchern viel Applaus gespendet. Christiane Wilkins folgte daraufhin mit ihrem Plädoyer gegen die „Abwrackprämie“. Auch sie konnte durch eine klare Aussprache und einen guten Sprachrhythmus überzeugen. 

Gewinnerin fehlen die Worte

Durch klar strukturierte Vorträge sammelten die meisten Kandidaten Pluspunkte. Meist wurde professionell vorgetragen, wenn auch der ein oder andere schon mal über Worte oder Sätze stolperte. Im weiteren Verlauf wurden noch Themen wie die Vermögenssteuer, das Schubladendenken, anti-autoritäre-Erziehung und Gebärdensprache besprochen, bevor man zur letzten Teilnehmerin kam. Die Psychologiestudentin Kathrin Wenke sprach über die Absurdität, den Intelligenzquotient (IQ) als Grundlage für eine Studiengebührenbefreiung heranzuziehen, wie es ursprünglich in Baden-Württemberg angedacht war. Sie erklärte verständlich und mit klarer, lauter Stimme. Deswegen kürte sie das Publikum wohl auch zur Siegerin. „Da fehlen mir glatt die Worte“, war ihre spontane Reaktion auf den Gewinn. Als Preis wurde ein Buch, gespendet von der Buchhandlung Deuerlich, verliehen: „Grundriss der Rhetorik“.

Von Jascha Grewe

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