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Rätsel um Flecken auf Ceres gelöst

Raumsonde Dawn Rätsel um Flecken auf Ceres gelöst

Über dem hellsten Fleck auf der Oberfläche des Zwergplaneten Ceres im Occator-Krater liegt bei Sonneneinstrahlung ein dünner Nebel. Das belegen Aufnahmen des wissenschaftlichen Kamerasystems an Bord der NASA-Raumsonde Dawn, die Forscher unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung veröffentlichen.

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Die meisten der 130 hellen Flecken (hier rot markiert) auf der Ceres-Oberfläche stehen in Zusammenhang mit Kratern.

Quelle: MPS

Göttingen. Der Nebel deutet darauf hin, dass sich nahe der Oberfläche gefrorenes Wasser befindet, welches emporsteigt. Ein wesentlicher Bestandteil der hellen Flecken im Occator-Krater sind hydrierte Magnesiumsulfate. Viele der anderen hellen Flecken auf der Ceres-Oberfläche bestehen wahrscheinlich aus ausgetrockneten Mineralsalzen. Die Ergebnisse zeigen, dass gefrorenes Wasser seit der Geburtsstunde des Sonnensystems nicht nur in entlegenen Tiefen überdauern konnte, sondern auch im relativ nahen Asteroidengürtel.

 

Hebt Unterschiede hervor: Farbdarstellung des Occator-Kraters.

Hebt Unterschiede hervor: Farbdarstellung des Occator-Kraters.

Quelle: MPS

Eine unsichtbare Grenze verläuft zwischen den steinigen Planeten des inneren Sonnensystems und den Gasriesen weiter außen. Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren verdampften Wasser und andere leichtflüchtige Stoffe aus der Nachbarschaft der Sonne und ließen die inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars als trockene Welten zurück. Nur fern der Sonne konnten sich diese Stoffe halten: In den Gasplaneten und ihren Eismonden bis heute. Doch wo genau verläuft die sogenannte „Eislinie“ ?

 
Antworten sucht die NASA-Raumsonde Dawn im Asteroidengürtel, einer Region zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. „Wir sehen aktuell wahrscheinlich Überreste eines Verdunstungsprozesses, der an verschiedenen Stellen verschieden weit fortgeschritten ist“, erklärt Andreas Nathues vom MPS, wissenschaftlicher Leiter des Kamera-Teams und Erstautor der neuen Studie.

 
Das Licht, das die mehr als 130 hellen Flecke ins All reflektieren, unterscheidet sich deutlich von dem aus anderen Regionen. Es enthält einen größeren Anteil an blauem Licht. „Vergleiche mit Materialien, die wir im Labor untersucht haben, deuten darauf hin, dass sich dort auch hydrierte Magnesiumsulfate finden“, so Martin Hoffmann, MPS. Solche Minerale kommen auch auf der Erde vor.

 
Der Occator-Krater sticht zusätzlich hervor. Der zentrale Fleck im innersten Teil des Kraters ist deutlich heller als andere helle Bereiche auf Ceres. „Auf einigen unserer Aufnahmen lässt sich zudem ein Schleier über dem Kraterboden erkennen“, beschreibt Nathues. Der Schleier tritt in einem täglichen Rhythmus immer dann auf, wenn Sonnenlicht den Kraterboden erreicht. „Offenbar verdampft dort Wasser und trägt kleine Teilchen mit sich.“ Der Prozess erinnere an das Ausgasen von Kometen, verlaufe aber zurzeit eher beschaulich. „Die plausibelste Interpretation unserer Ergebnisse ist, dass sich unter der Oberfläche von Ceres zumindest stellenweise eine Mischung aus Eis und Salzen erstreckt“, so Nathues. Einschläge von Asteroiden können dieses Material freilegen.

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