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Rauchern beim Ausstieg helfen

Ausbildung: Medizinstudenten besser schulen Rauchern beim Ausstieg helfen

Mehr Kompetenz für die klinische Arbeit: Neues Lehrformat im Bereich Tabakentwöhnung steigert Lernerfolg bei Studierenden und macht sie fit für die Beratung von Rauchern. Wissenschaftler der Universitätsmedizin entwickelten dafür mit Kollegen ein neues Modell.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Göttingen. Rauchen ist nach wie vor Risikofaktor Nummer eins für Herzinfarkte. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 100 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Effektive Methoden können Rauchern bei der Entwöhnung helfen. Doch wie können angehende Ärzte so geschult werden, dass sie Patienten kompetent beraten und bei der Tabakentwöhnung unterstützen können?

Prof. Tobias Raupach, Leiter des Bereichs Medizindidaktik und Ausbildungsforschung im Studiendekanat der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), hat dafür mit Doktorandin Ronja Herold sowie einer Psychologin und drei Fachkollegen aus Großbritannien ein neues Lehr-Modell entwickelt. Das Lehrformat trainiert angehende Mediziner. Die Ergebnisse der Studie werden in der Fachzeitschrift „Nicotine & Tobacco Research“ veröffentlicht.

„Bisher war es üblich, dass die Studierenden während des Studiums nur eine Vorlesung zu dem Thema hören. Das reicht nicht aus, um einen langfristigen Lernerfolg zu erzeugen“, sagt Raupach, Senior-Autor der Publikation. In einer großangelegten deutschlandweiten Befragung unter rund 20 000 Studierenden hatte der Göttinger Kardiologe herausgefunden: Nicht einmal jeder zehnte Medizinstudierende fühlte sich am Ende des Studiums in der Lage, Raucher kompetent zu beraten. „Wir wollten einen Weg finden, um mit relativ überschaubarem Aufwand die Beratungsfertigkeiten der Studierenden zur Tabakabhängigkeit zu verbessern“, sagt Raupach.

Das neu entwickelte Lehrkonzept setzt auf kommunikatives und erlebtes Lernen. Den Medizinstudierenden wurden vor der eigentlichen Vorlesung die Inhalte in einem Podcast-Video zur Verfügung gestellt, die Vorlesung selber hatte dann eher den Charakter einer Diskussion. In einem 45-minütigen Seminar wurden die Grundprinzipien einer professionellen Raucherberatung und einer medikamentösen Entwöhnungstherapie vermittelt. „In Kleingruppen trainieren die Medizinstudieren-den außerdem die Beratung mithilfe von Schauspielpatienten“, sagt Ronja Herold, Doktorandin und Erst-Autorin der Publikation.

Vier Stunden Aufwand statt wie bisher nur eine Stunde – das neue Konzept zeigte Erfolg: „Auch nach einem halben Jahr stellten noch 84 Prozent der Studierenden bei einer praktischen Prüfung unter Beweis, dass sie rauchende Patienten leitliniengerecht beraten können“, sagt Raupach.

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