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Raumsonde "Lisa Pathfinder" auf dem Weg nach Südamerika

Kourou Raumsonde "Lisa Pathfinder" auf dem Weg nach Südamerika

Die Raumsonde „Lisa Pathfinder“ ist nun bereit, ihre Reise von Europa zum Startplatz am europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana anzutreten. Nach dem Überprüfen der Startbereitschaft am Donnerstag, 3. September, wird der Transportcontainer in Ottobrunn bei München geschlossen.

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Letzte Arbeiten an der Raumsonde in Ottobrunn.

Quelle: EF

Ottobrunn. In Südamerika wird sie dann auf die europäische Vega-Rakete montiert, mit der sie voraussichtlich Ende November mit dem sechsten Start dieses Trägers zu ihrer lange geplanten Technologie-Demonstrationsmission abheben wird. Der umfangreiche deutsche Beitrag vor allem zur Nutzlast der Mission wird wesentlich vom Raumfahrtmanagement im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) gefördert.

 

„Lisa Pathfinder“ ebnet den Weg für das von der Europäischen Weltraumorganisation ESA geplante Gravitationswellenobservatorium elisa (evolved Laser Interferometer Space Antenna). Die Mission soll im Weltraum wichtige Technologien für elisa erproben, deren Funktions- und Leistungsfähigkeit am Erdboden nicht oder nur eingeschränkt getestet werden kann. elisa soll ab 2034 Gravitationswellen aus dem Weltraum „beobachten“ und damit den energiereichsten und heftigsten astrophysikalischen Ereignissen unseres Universums auf die Spur kommen. Mit Hilfe von Gravitationswellen lassen sich direkte Erkenntnisse über Phänomene wie zum Beispiel Supernovae, enge Doppelsternsysteme, bestehend aus Weißen Zwergen und Neutronensternen, und Kollisionen von hochkompakten Schwarzen Löchern mit einigen Sonnenmassen bis hin zu den zentralen Objekten in Galaxienkernen mit der milliardenfachen Masse der Sonne gewinnen. Gravitationswellensignale aus der Zeit unmittelbar nach dem Urknall können uns außerdem mehr über die Entstehung unseres Universums verraten.

 

Gravitationswellen breiten sich als winzige Störungen der Raumzeit im Weltall aus. Sie wurden durch den deutschen Physiker Albert Einstein bereits 1916 auf der Grundlage seiner im Jahr zuvor veröffentlichten Allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagt. Nahezu auf den Tag genau 100 Jahre nach dieser bedeutenden Veröffentlichung vom 25. November 1915 wird „Lisa Pathfinder“ nun zu seiner Mission aufbrechen und damit einen wichtigen Schritt hin auf dem Weg zum Nachweis niederfrequenter Gravitationswellen aus dem Weltraum gehen – eine ungeplante Hommage an das Werk Einsteins.

 

Neben der ESA sind an „Lisa Pathfinder“ Forschungseinrichtungen und Industriefirmen aus Italien, Deutschland, Großbritannien, Spanien, der Schweiz, Frankreich und den Niederlanden beteiligt. Der deutsche Beitrag wird unter anderem maßgeblich vom Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut (AEI) in Hannover geleistet und von der Max-Planck-Gesellschaft sowie dem DLR Raumfahrtmanagement finanziert. Mit dem „Disturbance Reduction System“ (DRS) stellt das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA eine zweite Nutzlast bei, die ähnlich wie das LTP die Technologie für kommende Gravitationswellenmissionen testen soll.                eb

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