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Kometenlander Philae gefunden

Rosetta-Mission Kometenlander Philae gefunden

Der Kometenlander Philae ist gefunden. Göttinger Forscher nahmen mit der von ihnen entwickelten Osiris-Kamera auf der Raumsonde Rosetta die entscheidenden Bilder von der Oberfläche des Kometen Churyumov auf. Sie zeigen den Lander schräg in einer Schlucht liegend.

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Quelle: r

Göttingen. „Am Sonntagabend haben wir die ersten Anzeichen entdeckt“, sagt Dr. Holger Sierks vom Göttinger Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Er ist der Leiter des Teams, das die Spezialkamera „Osiris“ gebaut hat. Auf den neusten Aufnahmen war der Lander endlich zu sehen. Immer wieder hatten Sierks und sein Team, die die Kamera auch steuern, in den vergangenen Tagen versucht, Philae zu entdecken. Denn Ende des Monats endet die Rosetta Mission, die Chancen, das Minilabor noch zu finden, sanken.

Im November 2014 hatte die Muttersonde den Lander „Philae“ auf den Weg zum Kometen geschickt. Das Labor war nach dem Aufsetzen von der harten Oberfläche des Kometen abgeprallt und an einem Standort gelandet, wo kaum Sonnenlicht hinkam. Nach gut 60 Stunden waren die Batterien leer und es gab keinen Kontakt mehr zu Philae.

Es sei ein tolles Gefühl gewesen, den Lander zu orten, sagt Sierks: „Wir sind 650 Millionen Kilometer entfernt, die Sonde fliegt im Moment im Abstand von 2700 Metern am Kometen vorbei. Und wir entdecken etwas vom Menschen gemachtes.“

Einerseits habe sie einfach menschliche Neugier angetrieben, andererseits aber sei es natürlich für die wissenschaftlichen Auswertungen von immenser Wichtigkeit , Philaes Standort zu kennen. Das Labor hat Daten von der Staubbeschaffenheit geliefert, Materialbohrungen gemacht, Gase gemessen. Da ist die Lage auf der Oberfläche wichtig. „Nun mit den neuen Osiris-Bildern können wir den Sonnenstand bei unseren Experimenten zurückverfolgen und beispielsweise Temperaturmessungen besser interpretieren.“, ergänzt Dr. Ekkehard Kührt, Planetenforscher am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und Mitglied des Osiris-Teams.

Schon zuvor war Philae oberhalb eines Kraterrandes vermutet worden. Die aktuellen Bilder wurden mit einer größeren Auflösung von fünf Zentimetern pro Pixel aufgenommen und zeigen nun eindeutig den mit einem Meter Durchmesser sehr kleinen Philae. Dafür mussten die Aufnahmen, so Sierks, zudem vielfach überbelichtet werden. chb

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