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Rosetta-Mission nach zwölfjährigem Flug beendet

Weltraum Rosetta-Mission nach zwölfjährigem Flug beendet

Rosetta hat um 13.19 Uhr ihr letztes Signal zur Erde gefunkt. Mit der Landung der Raumsonde auf dem Kometen Churyumov-Gerasimenko endete die Mission der europäischen Weltraumorganisation ESA. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen hatten den größten Anteil an dem Weltraumprojekt.

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Der Kometen Churyumov-Gerasimenko – der rote Kreis zeigt den Landeplatz von Rosetta.   

Quelle: DLR

Göttingen/Darmstadt. Auf dem Monitor, der im Kontrollzentrum in Darmstadt stand und dem Bildschirm im MPS zu sehen war, zeigte ein spitzer Ausschlag den Eingang des Signals von Rosetta an. Um 13.19 Uhr erlosch dieses Signal, Rosetta hatte sich abgeschaltet – in einer Entfernung von rund 720 Millionen Kilometer von der Erde. Ein Raunen ging durch den sehr gut gefüllten Saal des MPS. Auf dem Bildschirm waren auch die Wissenschaftler der ESA zu sehen, die an der Landemission mitgearbeitet hatten. Eine ganze Weile herrschte Schweigen, dann kam Applaus auf, allerdings keinesfalls überschwänglich. Die Mission dieser Wissenschaftler war damit beendet.

Die Mission wird allgemein als Erfolg gewertet. Zum ersten Mal umkreiste ein Sonde einen Kometen bei seiner Reise um die Sonne. Zum ersten mal auch landete mit Rosetta ein kleines Labor auf einem Kometen und konnte Messungen durchführen.

Eine der wesentlichen Forschungseinheit von Rosetta war Osiris, das wissenschaftliche Kamerasystem des Orbiters. Entwickelt haben dieses Gerät Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker  unter der Leitung des MPS. Neun Forschungseinrichtungen aus sechs Ländern haben dazu beigetragen. Die optische Einheit arbeitete mit einer Weitwinkel- und einer Telekamera. Letztere konnte aus einem Kilometer Entfernung Strukturen mit einer Größe von zwei Zentimetern sichtbar machen.  Beide Kameras lieferten Aufnahmen mit beeindruckender Bildqualität. Die letzte Aufnahme, die Rosetta lieferte, entstand zehn Meter über der Kometenoberfläche.

Die Mission sei „nicht nur ein Wissenschaftsprojekt, sondern auch ein Abenteuer“ gewesen, erklärte schließlich Prof. Ulrich Christensen, Direktor Planeten und Kometen am MPS. Er erklärte, dass es dem Kamerasystem vor rund drei Wochen gelungen sei, die Landeeinheit auf der Kometenoberfläche zu orten. Daher sei jetzt die Auswertung der Daten bedeutend genauer möglich, da die Richtung der Messungen erkannt werden könne. Die Rosetta-Mission ist jetzt beendet. Sie wird die Wissenschaftler, die die gesammelten Daten auswerten, allerdings noch viele Jahre beschäftigen. Untersucht wurden beispielsweise der Kometenstaub und das Eis auf ihm.

Aufbruch vor 25 Jahren

Vor etwa 25 Jahren hatten die Vorarbeiten zu der Rosetta-Mission begonnen. Der Plan war es, eine Sonde ins All zu schicken, die einen Landeroboter auf einem Kometen absetzen sollten. Vor zwölf Jahren dann, am 2. März 2004, startet Rosetta ihren Flug ins All, an Bord Philae, die Landeeinheit. Ziel war der Komet Tschurjumow-Gerassimenko. Am 14. November 2014 landete Philae auf dem Kometen. Allerdings geriet der Aufschlag etwas holperig. Zweimal prallte sie von der Oberfläche ab, bevor sie zum Stehen kam. Der Vater der Landeeinheit, Dr. Helmut Rosenbauer, war bis zum Jahr 2004 Direktor am Max-Planck-Institut für Aerodynamik, dem heutigen Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Er erlebte das Ende der Rosetta-Mission nicht mehr. Rosenbauer starb im Frühjahr 2016.

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