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Rosetta-Mission nähert sich Kometen Churyumov/Gerasimenko

Wichtige Phase Rosetta-Mission nähert sich Kometen Churyumov/Gerasimenko

Die Zeit des Kometen Churyumov/Gerasimenko beginnt: Der Brocken erreicht am 13. August mit einer Entfernung von 186 Millionen Kilometern seinen nächsten Punkt zur Sonne. Seine Oberfläche wird heißer, "Tschuri" gast aus und staubt. Das ist eine wichtige Phase für die Raumfahrtforschung.

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Blick im November 2014 von der Raumsonde Rosetta zum Kometen Churyumov/Gerasimenko.

Quelle: ESA/DLR

Köln/Darmstadt. Seit elf Jahren ist die Raumsonde "Rosetta" im All, sie hat den kühlschrankgroßen Landeroboter "Philae" huckepack zum Kometen gebracht. Der landete am 12. November 2014 in einer spektakulären Aktion auf der Oberfläche. "Rosetta" blieb in der Nähe von "Tschuri" - mit fast einem Dutzend Instrumenten an Bord. Sie soll den Kometen gerade in der Zeit seiner Sonnennähe beobachten. Laut "Rosetta"-Flugdirektor Andrea Accomazzo dürfte die Aktivität des Kolosses, der aus Gestein, Eis und Staub besteht, im September am größten sein - also erst nach dem sonnennächsten Punkt. "Die Erwärmung von "Tschuri" dauert ein bisschen", sagt der 45-Jährige in Darmstadt, von wo aus "Rosetta" gesteuert wird. Dass es "Tschuri" zu heiß werden könnte und er auseinanderbricht, hält Accomazzo für "sehr unwahrscheinlich". Die Nähe zur Sonne sei auch für "Rosetta" kein Problem, sagt der Flugdirektor. Zu "Tschuri" werde die Raumsonde aber vorsichtshalber einen Sicherheitsabstand von voraussichtlich mindestens etwa 200 Kilometern einhalten.

Durch den Kometenstaub hatte die Raumsonde im April vorübergehend Probleme mit der Orientierung. Der größere Abstand von "Rosetta" zu "Tschuri" schmälere die Chancen für eine gute Verbindung zu "Philae", sagt Stephan Ulamec, Projektleiter am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Es gebe keine verlässliche und stabile Verbindung.

"Philae" hatte sich zuletzt am 9. Juli gemeldet und in erster Linie Informationen über seinen eigenen Zustand geliefert.

Die DLR-Forscher wollten von dem Landeroboter Bilder von dem Gelände bekommen, um zu sehen, ob sich die Umgebung seit der Landung im November verändert hat. Sie wollen organische Gase messen, die Temperatur, weitere Daten zur inneren Struktur nehmen. "Philae" soll vor Ort das Kometenmaterial - das wohl ursprünglichste und älteste Material des Sonnensystems - analysieren . Ab Oktober sinken die Chancen wieder, Daten zu erhalten.

"Nächstes Jahr werden wir uns mit "Rosetta" wieder deutlich näher an "Tschuri" heranwagen können", sagt Esa-Flugdirektor Accomazzo, was schärfere Fotos ermögliche. DLR-Kollege Ulamec hofft auch, dass man auf den Bildern "Philae" erspähen kann.

Das Ende der "Rosetta-Mission ist für September 2016 geplant - nach zwölfeinhalb Jahren im All und rund 7,9 Milliarden Kilometern Strecke. Dann hat "Rosetta" ausgedient. Die Sonde soll sich auf "Tschuri" niederlassen und nach der Landung - wie ursprünglich auch "Philae" - Signale zur Erde senden.

Von Elke Silberer und Joachim Baier

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