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Göttingen Rückgang an Lebensraum gefährdet lokales Ökosystem
Campus Göttingen Rückgang an Lebensraum gefährdet lokales Ökosystem
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17:01 06.08.2018
Kalkmagerrasen bei Göttingen (Foto: Abteilung Agrarökologie) Quelle: r
Göttingen

Die Studie entstand in Kooperation mit Wissenschaftlern der Universitäten Gießen und Würzburg. „Kalkmagerrasen sind arten- und blütenreiche Gras- und Grünlandbiotope. Sie stellen in Agrarlandschaften wichtige Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere dar“, erläutern die Wissenschaftler diese bestimmte Landschaftsform. Kaltmagerrasen sei ein geeignetes Forschungsobjekt, weil sich auf den kleineren Flächen die Beziehungen zwischen den Insektenarten leichter erfassen ließen. Allerdings sei ihr Bestand gefährdet. Untersucht wurden die sogenannten „Nahrungsnetze“. Darunter verstehe man die „vielfältigen Interaktionen zwischen Pflanzen und deren bestäubenden Insekten sowie zwischen Insekten und deren Gegenspielern“.

Bestimmte Arten und Nahrungsnetze gefährdet

Untersucht worden seien geeignete Flächen in der Umgebung von Göttingen. Mit den Ergebnissen könne vorhergesagt werden, wie stabil die Nahrungsnetze bei weiterer Einschränkung des Lebensraums wären. Eine der analysierten Insektenarten sei die parasitäre Wespe gewesen, die ihre Eier in Insektenlarven legt. Die Nachkommen der Wespen entwickeln sich in ihrem Wirtstier und töten es letztendlich. Diese Insektenart benötige zum Überleben den Lebensraum der Kalkmagerrasen-Flächen. Der Rückgang dieser Biotope gefährde sowohl diese Art, als auch das dortige Nahrungsnetz.

Dr. Ingo Grass (Foto: Jürgen Laackman) Quelle: r

„Simulationen möglicher zukünftiger Artenverluste zeigen, dass insbesondere die hoch spezialisierten Nahrungsnetze zwischen Insektenlarven und ihren parasitischen Wespen wenig anpassungsfähig und deshalb besonders gefährdet sind“, erläutert Dr. Ingo Grass, Erstautor der Studie. Die Ergebnisse werden in der internationalen Fachzeitschrift „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlicht.

Von Max Brasch

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