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Göttingen Die Beatles und die Popkultur
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16:26 24.10.2017
Erklärt den Beginn der Popkultur: Literaturwissenschaftler Gerhard Kaiser. Quelle: Hartwig
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Göttingen

Das Album, das die Beatles 1967 herausbrachten, gilt als eines der ersten Konzeptalben der Popgeschichte. Doch bevor Kaiser sich auf die Beatles konzentrierte gab er den Zuhörern, unter ihnen zahlreiche Beatles-Fans einen Überblick über die Jahre 1967/68. „Heute bekannte Künstler wie Pink Floyd veröffentlichten damals ihre ersten Singles“, erklärte Kaiser. Zudem habe der Pop sich von Mitte der 60er Jahre an verändert und sei moderner geworden. „Wir wollen in der Vortragsreihe einen Rückblick auf die Zeit aus kulturwissenschaftlicher und literaturwissenschaftlicher Sicht geben“, sagte Kaiser.

Vorlesung im Zentralen Hörsaalgebäude: Eröffnung der Vorlesungsreihe „1967/68 Schaltjahre der Popkultur“. Quelle: Hartwig

Die Beatles seien damals die Repräsentanten der Popkultur gewesen, obwohl sie sich oftmals den eigentlichen Regeln des Pops verweigerten. „Es entstand eine regelrechte Beatles-Mania und bei jedem Konzert waren kreischende Fans dabei“, sagte Kaiser. Dies habe dazu geführt, dass die Musiker am 29. August 1966 ihr letztes Live-Konzert gaben. „Nach eigenen Angaben hatten ihre Konzerte für sie nichts mehr mit Musik zu tun“, erklärte Kaiser.

Doch, auch wenn sie nicht mehr live auftreten wollten, begannen sie mit den Studioaufnahmen für ihr achtes Album. „Mit dem vorherigen Album hatten die vier bereits ihre Transformation von einer Schlager-Gruppe zu anspruchsvollen Textern vollzogen“, sagte der Dozent.

Fiktive Band

Sgt. Pepper sei von Beginn an auch mit Diskussionen verbunden gewesen. Ein Diskussionspunkt sei dabei die Frage gewesen, ob es den Regeln der Popkultur angemessen sei. Denn durch den Zusammenhang zwischen den einzelnen Liedern weiche es von den bisherigen Regeln, dass die Lieder eines Albums nicht zusammenhängen ab. „Die Grundidee zu Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band stammt von Paul McCartney. Er wollte damit die Hörer an einem Live-Konzert einer fiktiven Band teilhaben lassen, doch sei diese Idee eigentlich während der Aufnahmen in Vergessenheit geraten“, sagte Kaiser.

So seien zu Beginn des Albums noch Stimmen wie bei einem Konzert zu hören. Außerdem sei das erste Lied Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die Vorstellung der Band und das zwölfte Lied die Verabschiedung vom Publikum. „Das abschließende Lied ,A day in the live’ sei als Zugabe zu verstehen. „Auf gewisse Weise ist dieses Album paradox, da es ein Live-Konzert darstellt, obwohl die Beatles ihre Live-Karriere beendet hatten“, berichtete er den Zuhörern. Auch wenn die Idee ein Konzeptalbum zu erstellen, so sei es doch eins geworden. „Bei der Entstehung des Albums gab es mehrere Zufälle, die letztendlich zu dem bekannten Album geführt haben“, sagte Kaiser.

Songs von den Beatles

Seine Erklärungen unterstrich er durch das Abspielen einzelner Musikstücke, anhand derer er das zuvor Gesagte noch einmal verdeutlichte. Eine Rolle habe dabei die Bandinterne Konkurrenz zwischen McCartney und John Lennon gespielt. „Lennon fand Lieder nach eigenen Angaben, die von Personen in der dritten Person handeln langweilig, während McCartney diese gern schrieb“, sagte Kaiser.

Zum Schluss ging Kaiser auf die Frage ein, ob es sich bei dem Lied „Lucy in the sky with diamonds“ um einen Song handelt, der auf einen Drogentrip hinweist oder nicht. Lennon habe damals angegeben, dass der Song eine Fantasiewelt seines Sohnes Julian darstelle. „Beide Varianten sind möglich. Für die Lennon-Variante spricht, dass zu der Zeit die Welt in der Kunst oftmals aus Kinderaugen betrachtet wurde. Denn die Kunst ist noch heute ein Element um die Kindheit zurückzuholen“, betonte Kaiser.

Der nächste Vortrag in der Reihe Popkultur beginnt am Montag, 30. Oktober, um 18.15 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude, Platz der Göttinger Sieben 5, der Universität Göttingen. „Ästhetisierung und Moralisierung im Kriminalfilm. Der Fall als Folie in Le Samuraï und In the Heat of the Night“ ist das Vortragsthema der Göttinger Literaturwirssenschaftlerin Prof. Anke Detken,

Von Vera Wölk

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