Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Schicksal einer Einzelgängerin

Chinesische Autorin Schicksal einer Einzelgängerin

Unterschiedliche kulturelle Sichtweisen beeinflussen die Übersetzung eines Textes. Dies zu demonstrieren, hatte sich die Abteilung Interkulturelle Germanistik der Universität Göttingen in dem Lesergespräch „Verrückt im Spiel ums Glück“ mit der chinesischen Drehbuchautorin Hou Bei zur Aufgabe gemacht.

Voriger Artikel
Kämpfen nur, wenn das Individuum profitiert
Nächster Artikel
So erleben Griechen die Wirtschaftskrise

Artist in Residence derr Universität Göttingen: die chinesische Autorin Hou Bei.        

Quelle: R

Göttingen. Die 1977 in Peking geborene Schriftstellerin ist die diesjährige „Artist in Residence“, ein Projekt, das den Kulturaustausch zwischen China und Deutschland fördert. Hier präsentierten Studierende des Masterstudiengangs Interkulturelle Germanistik Deutschland-China zwei von ihnen angefertigte Übersetzungen eines Textes der Anglistin und Literaturwissenschaftlerin. Eine Gruppe verfolgte hierbei das Ziel der Texttreue, während die andere den Text an die Anforderungen der Zielkultur und -sprache anpasste.

Eingeleitet von Musikeinlagen auf der Guzheng, einem chinesischen Saiteninstrument, begann die Lesung in der gut besuchten Galerie Alte Feuerwache. Hou Bei, von Kritikern für ihren Schreibstil und logische Gedankengänge gelobt, las Ausschnitte ihres Textes, dessen Titel die Studierenden mit „Glückliches Spiel“ und „Das Spiel ums Glück“ übersetzten. Auch die Gruppenmitglieder trugen Teile ihrer Übersetzungen vor.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht, für Hou Bei charakteristisch, das Schicksal einer Einzelgängerin in der modernen chinesischen Gesellschaft. Sie steht an der Schwelle der Entwicklung von der Jugendlichen zur Frau. Sich ihrer Gefühle unsicher, flieht sie in eine Scheinwelt. Dort reflektiert sie gesellschaftliche Vorstellungen eines allgemein als normal verstandenen Lebenswandels. Auf diese Weise stelle die Autorin gesellschaftliche Realitäten in Frage, so der Veranstalter.

Es folgte eine rege Diskussion mit dem Publikum zum Inhalt des Werkes und den Übersetzungen, übersetzt von chinesischen Studierenden. Auch für Persönliches interessierten sich die Zuschauer. Eine Besucherin fragte, woher die Autorin ihre Inspiration nehme. Hou Bei fühlte sich durch das Gefühl der Verlassenheit während ihres Studiums zum Schreiben motiviert. Es habe ihr geholfen, dem „seelischen Gefängnis“ zu entkommen. Ob die Autorin mit den Übersetzungen einverstanden sei? „Ja, beide Übertragungen sind denkbar und zeigen den Freiraum der Tätigkeit“, so Hou Bei. Wahrscheinlich gebe es noch viele andere Möglichkeiten den Text zu übersetzen.

Von Karolin Basten

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Uni Göttingen begrüßt zum #unistartgoe Studienanfänger