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Schmuckstück aus der Wundertüte

Alte Mensa in Göttingen Schmuckstück aus der Wundertüte

Die Universität Göttingen hat am Dienstagabend feierlich ihr neues Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa am Wilhelmsplatz eröffnet. Etwa 300 Gästen wurde das für vier Millionen Euro in zwei Jahren fertiggestellte Gebäude vorgestellt.

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Quelle: HW

Göttingen. "Ob das wohl was wird?", habe sie sich während der Bauzeit gefragt, gab Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel zu. Doch nun sei sie begeistert von dem Ergebnis. 1500 Quadratmeter stehen der Universität für Büros und vier Tagungsräume zur Verfügung. Diese sorgen dafür, dass die Stadt Göttingen nun einen Stern mehr habe für ihr Konferenz- und Tagungsangebot, erklärte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ( SPD). "Göttingen hat ein wahres Schmuckstück hinzugewonnen", so Köhler, der daran erinnerte, dass am Wilhelmsplatz schon immer wichtige Einrichtungen der Stadt waren.

Eine der ersten, das im 13. Jahrhundert errichtete Barfüßerkloster sorgte bei den 2014 begonnenen Bauarbeiten für Verzögerungen. Inzwischen sind mehr als 100 Skelette von Mönchen im Hof gefunden worden, die die Stadtarchäologie sicherte. Nicht nur deshalb stellten sich die Bauarbeiten als "Wundertüte" mit negativer Bedeutung für das Gebäudemanagement der Universität dar. Leiter Rainer Bolli benannte so die Überraschungen - wie ein vom Hausschwamm zersetztes Dach oder von Holzwürmern zerfressenes Fachwerk -, die Probleme bereiteten. Mit Projektleiter Robert Förster stellte Bolli einige Fundstücke, historische Scherben, die Bierflasche der bis 1922 existierenden Weender Vereinsbrauerei oder die aus dem Jahr 1945 stammenden Biscuits aus US-Armeebeständen, vor, die bei den Bauarbeiten im Mauerwerk oder in Zwischenböden gefunden wurden.

 Universitätspräsidentin Beisiegel wies darauf hin, dass die drei großen Tagungsräume nach der Göttinger Ehrenbürgerin Hannah Vogt (1910-1994), der Physikerin Emmy Noether (1882-1935) und dem Alumnus und Widerstandskämpfer Adam von Trott (1909-1944) benannt worden sind. Die Erinnerung an Trott, lobte Studentenwerkschef Prof. Jörg Magull, sei ein wichtiges Zeichen gegen Faschismus und stehe für die offene Geisteshaltung der Georg-August-Universität.

Magull erinnerte daran, dass das 1824 erbaute Haus im Jahr 1921 vom Verein Göttinger Studentenhaus, dem späteren Studentenwerk, übernommen und ab 1922 auch Mensa Academica wurde. Bis 2009 wurde dort die Mensa am Wilhelmsplatz betrieben. Das Studentenwerk hatte im Jahr 2011 die Alte Mensa gegen ein Grundstück der Universität auf dem Nordcampus getauscht. Dort werde 2017 ein Studentenwohnheim entstehen, kündigte Magull an.

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Neue Ära für die "Alte Mensa"

Für die „Alte Mensa“ am Wilhelmsplatz beginnt am Dienstag, 16. Februar, eine neue Ära. Die Universität hat den Gebäudetrakt vom Studentenwerk übernommen und eröffnet dort ein neues Tagungs- und Veranstaltungszentrum. Dessen vier Veranstaltungsräume bieten Nutzungsmöglichkeiten für 20 bis 250 Personen.

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