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Schnelltest soll gefährliche Keime erkennen

Göttinger Max-Planck-Institut beteiligt Schnelltest soll gefährliche Keime erkennen

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert ein neues Verbundprojekt mit dem ein Schnelltest für multiresistente Keime entwickelt werden soll. Zum Einsatz soll es in Krankenhäusern und Arztpraxen kommen. Beteiligt ist das Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie.

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Multiresistenter Keim in der Vergrößerung.

Quelle: TU BS

Göttingen. Mindestens zehntausend Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an Keimen, mit denen sie sich in Krankenhäusern infiziert haben. Eine besondere Gefahr stellen sogenannte multiresistente Bakterien dar, die gleichzeitig gegen mehrere Antibiotika unempfindlich sind und sich daher nur schwer bekämpfen lassen. Hier ist es entscheidend, Infektionen sofort zu erkennen. „Das scheitert bisher an dem sehr zeitaufwändigen Nachweisverfahren. Bislang muss man die Bakterien auf speziellen Nährböden 24 bis 48 Stunden wachsen lassen. Erst dann sind sie nachweisbar“, erklärt Mahavier Singh, Gründer der Braunschweiger Firma Lionex, der den Verbund auf Seiten der Industrie koordiniert. Entsprechend spät können Ärzte mit der Therapie beginnen.  

 

Nun soll ein Test entwickelt werden, der Bakterien schon innerhalb weniger Stunden nachweist und der ohne aufwändige Technik einsetzbar ist. Um das Wachstum der Keime in Anwesenheit verschiedener Antibiotika genau messen zu können, entwickelt Burg mit seinem Team ein optofluidisches Detektionsverfahren. Der neue Test soll Bakterien nicht nur nachweisen, sondern ihre Vermehrung in Echtzeit messen. „Damit ließen sich multiresistente Keime viel empfindlicher aufspüren als mit herkömmlichen Techniken. Außerdem können die Wachstumsgeschwindigkeiten zeigen, gegen welche Antibiotika ein Erreger resistent ist. Damit könnten Erreger und ihre Antibiotika-Resistenzen bereits nach drei bis vier Stunden bestimmt werden“, so Dr. Thomas Burg, Leiter der Max-Planck-Forschungsgruppe Biologische Mikro- und Nanotechnologie. Die Echtzeitmessung soll gelingen, indem optische Verfahren mit Mikro- und Nanotechnologie kombiniert werden: Eine vergleichsweise kleine Zahl Bakterien wird auf winzigen Chips konzentriert.  Das Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt. Die Kosten betragen 3,9 Millionen Euro, wovon das Bundesforschungsministerium 2,3 Millionen Euro trägt, teilte das MPI mit. Am Ende dieses Zeitraums soll der Bakterien-Schnelltest in der Praxis einsatzfähig sein. jes/fk

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